Lebenslange Haft für Mautbetrüger löste in China Proteststurm aus
AFP VOM 14.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1629 Aufrufe Mehr zum Thema:Maut, Betrüger
Behörden kündigen nach Internet-Kampagnen neuen Prozess an
Nach einem wahren Proteststurm im Internet wollen die Justizbehörden der zentralchinesischen Provinz Henan einen Prozess gegen einen Lkw-Fahrer neu aufrollen, der wegen Mautbetrugs zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Shi Jianfeng hatte seine Lastwagen mit falschen Armee-Kennzeichen ausgerüstet, um keine Maut zahlen zu müssen - auf diese Weise sparte er sich in acht Monaten 420.000 Euro. Dass er dafür nun lebenslang hinter Gitter sollte, sorgte für Empörung. Unzählige Kommentare im Internet wiesen unter anderem darauf hin, dass die hohen Straßennutzungsgebühren die Einkünfte des auf eigene Kosten arbeitenden Fahrers bei weitem überschritten.
Nach Angaben des Gerichts von Pingdingshan wurde Shi aufgrund der "hitzigen Debatten" erneut zu den Vorwürfen befragt. "Neue Indizien" zugunsten des Angeklagten hätten die Behörden nun dazu bewogen, den Fall neu aufzurollen. Mit 450.000 Nutzern hat China die größte Internetgemeinde der Welt. Sie nutzen mehr und mehr ihre Netzwerke, um auf mutmaßliche Justizirrtümer oder Korruption aufmerksam zu machen.
14.01.2011 - 19:31 Uhr


