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Lebenslang für Deutsche wegen Morden in Schweden gefordert

AFP VOM 24.8.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 7385 Aufrufe
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Schweden, Deutsche, Mord, Kinder

Verteidigung plädiert auf Freispruch für Christine S.

Im Prozess gegen eine Deutsche wegen Mordes an zwei Kleinkindern in Schweden hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer lebenslange Haft für die 32-Jährige gefordert. Alternativ müsse Christine S. in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen werden, sagte Anklägerin Frieda Gummesson nach Angaben der schwedischen Nachrichtenagentur TT vor einem Gericht in Västmanland. Die Deutsche steht seit Ende Juli vor Gericht, weil sie in Arboga einen dreijährigen Jungen und seine einjährige Schwester erschlagen und deren 23-jährige Mutter schwer verletzt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft vermutet Eifersucht als Motiv, da die nach ihren Angaben psychisch labile Studentin zuvor eine Affäre mit dem Freund der Frau hatte. Gummesson wies darauf hin, die Angeklagte habe gegenüber einem Freund in Deutschland gescherzt, wie sie sich der mutmaßlichen Tatwaffe - ein Hammer - auf dem Flughafen von Skavsta entledigt habe. Verdächtig sei S. auch wegen mehrerer falscher Aussagen und der Weigerung, auf bestimmte Fragen zu antworten. Briefe sowie E-Mails und Fotos auf dem Computer der Deutschen bewiesen zudem, dass die Deutsche von ihrem Ex-Freund besessen gewesen sei, führte die Staatsanwältin aus.

Verteidiger Per-Ingvar Ekblad forderte für seine Mandantin einen Freispruch. In dem Verfahren seien keine handfesten Beweise wie DNA-Spuren oder die Tatwaffe vorgelegt worden. "Warum sollte meine Mandantin, die ein leeres Vorstrafenregister hat, die ein geordnetes Sozialleben hat, zwei kleine Kinder töten?", fügte Ekblad hinzu. Die Trennung von ihrem früheren Freund sei bei weitem kein Motiv für die der Deutschen zur Last gelegten Taten.

Ein Termin für die Urteilsverkündung wurde noch nicht offiziell mitgeteilt. In den kommenden Tagen muss die Justiz entscheiden, ob S. in Haft bleibt oder bis zur Urteilsverkündung freikommt. In den vergangenen vier Wochen waren in dem Prozess mehr als 50 Zeugen gehört worden, die Akte der Ermittler umfasst 2700 Seiten. Zwar war die Angeklagte am Mordtag, dem 17. März, in Arboga, eindeutige Beweise für ihre Schuld gibt es jedoch nicht.

25. August 2008 - 19.20 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008


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