Lebenslang wegen Ermordung von CARE-Leiterin im Irak
AFP VOM 2.6.2009 | Nachrichten - International | 437 Aufrufe Mehr zum Thema:Hassan
25-Jähriger: Geständnis unter Folter erzwungen
Wegen der Entführung und Ermordung der früheren Leiterin der Hilfsorganisation CARE im Irak ist einer der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ali Lutfi Dschassars Beteiligung an der Tötung der Britin Margaret Hassan sei erwiesen, urteilte der Strafgerichtshof in Bagdad. Der 25-jährige Verurteilte hatte auf nicht schuldig plädiert und sagte, seine Geständnisse seien durch Folter erzwungen worden.
Daschassar sei auch wegen der versuchten Erpressung der Familie Hassan schuldig gesprochen worden, sagte der Vorsitzende Richter Assad el Mussawi. Das Gericht habe den irakischen Ingenieur des weiteren für schuldig befunden, von der britischen Botschaft in Bagdad eine Millionen Dollar (gut 700.000 Euro) zur Freilassung Hassans erpresst zu haben.
Dschassar sagte dagegen vor der Urteilsverkündung, er sei "unschuldig", die Ermittler hätten ihn "mit Elektroschocks gefoltert". Er habe "mit dieser Sache nichts zu tun". Dschassars Anwalt sagte vor dem Richterspruch, er könne "versichern", dass Dschassar nichts mit der Entführung und Ermordung Hassans zu tun habe. Sein Mandant sei aber "vielleicht" in die Erpressung verstrickt gewesen, fügte er hinzu. Die Verteidigung der Nebenklage sprach von einem "gerechten Urteil".
Hassan war am 19. Oktober 2004 auf dem Weg zur Arbeit in Bagdad entführt worden. Die CARE-Leiterin besaß neben der britischen auch die irische und irakische Staatsbürgerschaft; sie war mit einem Iraker verheiratet und lebte seit 30 Jahren im Land. Einen Monat später wurde ihr Tod von den Entführern bekanntgegeben. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Zu der Entführung bekannte sich damals eine "bewaffnete islamische Gruppe".
Dschassar ist der zweite Verurteilte in dem Fall. Im Juni 2006 hatte ein Bagdader Gericht einen weiteren Angeklagten wegen Beteiligung an der Verschleppung und Ermordung Hassans zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei weitere Beschuldigte wurden mangels Beweisen freigesprochen.
2. Juni 2009 - 16.51 Uhr
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