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Kündigung Kündigungsschutzklage

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Kündigung Kündigungsschutzklage

Hallo,

ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag und bin seit über 5Jahren in der Firma mit ca. 75 Mitarbeitern angestellt. Seit ca. 3 Jahren erhalten neue Mitarbeiter nur noch befristete Verträge. Außerdem müssen die neuen auch Nacht und Wochenendschichten und english gut beherrschen. Nacht und Wochenendschichten habe ich übrigens nie abgelehnt, ich wurde nie gefragt!
Ich wurde nun betriebsbedingt fristgerecht gekündigt, sowie ca. 12 weitere Personen.
Angeblich wurde ein Sozialplan erstellt. Sozial war der wohl nur für die Firma. Es sind nun keine Frauen mehr mit Kindern in der Firma...
Gekündigt wurden nur Leute, welche noch unbefristete Verträge hatten und nicht an Wochenenden und Nachts arbeiten. Außerdem alle Frauen mit Kindern(in allen Fällen verheiratet und mit 2-3 Kindern).
Ich selber bin aber ledig und unverheiratet und relativ jung(30J.)
Es sind aber Mitarbeiter geblieben,also nicht gekündigt wurden, welche noch jünger,ebenfalls unverheirat und auch erst seit ca. 1,5 Jahren dabei sind. Eigentlich sind alle Mitarbeiter weniger lange beschäftigt, da ich einer der ersten war. Die meisten sind keine 2 Jahre dabei.
Nach meiner Auffassung stehe ich da rechtlich gesehen mit 5Jahren Betriebsangehörigkeit(seit Standarteröffnung), nach Sozialplan unter besonderen Schutz.
Außerdem wurden vor ca. 14 Tagen befristete Verträge von Mitarbeitern verlängert. Müßten da nicht erstmal die unbefristen Verträge erhalten werden bevor unbefristete gekündigt werden?
Zusätzlich sucht die Firma über Arbeitsamt.de Mitarbeiter mit genau meinem Profil!!! Allerdings für weniger Geld ;-) Wie kann mir betriebsbedingt gekündigt werden, wenn befristete Verträge verlängert werden und neue Mitarbeiter gesucht werden? Die Arbeitsamt Annonce habe ich jedenfalls ausgedruckt.
Ich habe also sofort am nächsten Tag per Einschreiben mit Rückantwort Widerspruch eingelegt und die Rücknahme der Kündigung binnen einer Frist von einer Woche gefordert!
So nun meine eigentliche Frage....
1.Habt Ihr eine Ahnung wielange sich ein Prozess beim Arbeitsgericht hinziehen kann und welche Kosten grob auf mich zukommen?
2. Es soll ja so sein, dass ich die Kosten(Anwaltskosten) auch bei Prozessgewinn tragen muss. Warum eigentlich, wenn sich rausstellt, dass die Kündigung unrechtmäßig war? Was kann der Arbeitnehmer dafür?
Was sind die Vorraussetzungen für eine Prozeßkostenbeihilfe? Wie hoch würde diese ausfallen?
3. Kann man selber Klage einreichen und sich selber vertreten oder sollte man davon die Finger lassen? Habe Angst, dass mir das Paragraphen an den Kopf geworfen werden und ich keinen Plan habe. Beim Arbeitsgericht habe ich angerufen, die machen keine Beratung.
4. Wie schätzt ihr anhand der Schilderungen(da ist nichts übertrieben) meine chancen ein? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust Monatelang nur für die Anwaltskosten zu arbeiten, falls ich dann den Prozess gewinne und weiter beschäftigt werden muß. Wenn ich dann wirklich arbeitslos bin, wären die Kosten natürlich noch härter!

Ist ne ganze Menge Text, aber weitere Schritte müssen nun gut überlegt sein. Aber ich habe keine lust mich nun in den A....treten zu lassen, nachdem ich die Projekte mit aufgebaut habe und einige Mitarbeiter eingearbeitet habe(welche nun bleiben dürfen).

Vielen Dank für eure Hilfe!




von coral am 01.02.2006 21:40
Status: Senior (116 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

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>Kündigung Kündigungsschutzklage
quote:
Es soll ja so sein, dass ich die Kosten(Anwaltskosten) auch bei Prozessgewinn tragen muss.

Hallo coral,
Tja, das ist nun mal im Arbeitsgerichtsgesetz so festgelegt.

quote:
Was sind die Vorraussetzungen für eine Prozeßkostenbeihilfe?

-> http://www.ra-kassing.de/pkh/allg.htm

quote:
Kann man selber Klage einreichen und sich selber vertreten oder sollte man davon die Finger lassen?

Selber Klage einreichen kann man, ob man sich selber vertritt, dürfte darauf ankommen, wie fit man sich in arbeitsrechtlichen Dingen fühlt und sicher auch aufs eigene Durchsetzungsvermögen und Auftreten. Chancen kann man aus der Ferne nie so richtig einschätzen, aber bei dir sieht es scheinbar ganz gut aus, nach dem was du schilderst.

MfG



von venotis am 01.02.2006 22:01
Status: Tao (9688 Beiträge)
Userwertung:  3,8  von 5 (von 36 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
Vor dem Gerichtsprozeß findet meines Wissens eine Güteverhandlung statt, in der eine Einigung erreicht werden soll ohne Prozeß. Dabei tragen Sie nur die Kosten Ihres eigenen Anwalts. Das Risiko würde ich eingehen. Diese Verhandlungen finden normalerweise sehr kurzfristig statt.

Die Regelung, dass jede Partei ihre Prozeßkosten trägt, hat eigentlich einen durchaus sinnvollen Hintergrund, es sollte vermieden werden, dass Arbeitnehmer nicht klagen, weil sie befürchten, bei Ablehnung der Klage zu hohe Prozeßkosten des Arbeitgebers tragen zu müssen.

Zum Thema Kosten vor Gericht:

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Wie hoch sind die Prozeßkosten?
Die eigentlichen Prozeßgebühren sind im arbeitsgerichtlichen Verfahren geringer als bei den meisten anderen Gerichten. Die Gerichtsgebühr beträgt zwischen 10 Euro und maximal 500 Euro bei einem Streitwert von mehr als 12.000 Euro.
Die Gerichtsgebühren und die baren Auslagen des Gerichts (Zustellungskosten, Sachverständigenkosten, Zeugenkosten) muß derjenige zahlen, der den Prozeß verliert.
Vergleichen sich die Parteien, so fallen in der Regel keine gerichtlichen Kosten, insbesondere keine Gerichtsgebühren an.
Ausnahme: Kosten durch Sachverständige oder auch Zeugen. Bevor diese Kosten entstehen, kann jedoch der Kläger auch seine Klage zurücknehmen, wenn ihm das Kostenrisiko zu hoch ist.


-- Editiert von hamburgerin01 am 02.02.2006 01:08:50


von altona01 am 02.02.2006 01:05
Status: Tao (12296 Beiträge)
Userwertung:  3,9  von 5 (von 244 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
Hallo,

ich danke euch beiden!
Ich werde die Klage durchziehen, da ich denke, dass die Sachlage hier relativ eindeutig ist. Aber wie heißt es so schön, Recht haben und Recht bekommen sind 2 verschiedene Dinge.
Ich hatte in meinem Leben noch nie etwas mit Gerichten zu tun. Deshalb meine Frage....Wenn ich selber Klage einreichen würde(ohne Anwalt), wie müßte das aussehen?
Gibt es einen Antrag oder muß das ein in Form eines Schreibens sein? Einfach beim Arbeitsgericht abgeben?
Ich möchte mich nur erstmal informieren. Das heißt noch nicht, dass ich ohne Anwalt klagen werde.

Viele Grüße



von coral am 02.02.2006 07:32
Status: Senior (116 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
quote:
Wenn ich selber Klage einreichen würde(ohne Anwalt), wie müßte das aussehen?

Du gehst zum zuständigen Arbeitsgericht<font color=red>*</font> und dort gibts Rechtspfleger, die dir dann beim Aufsetzen der Klage helfen. (und bevor du den Gang 2 mal machst, rufst du vorher am besten mal dort an, was du alles mitbringen sollst
)

<font color=red>*</font> Nur zur Info: Das ist das Arbeitsgericht, was für die Firma zuständig ist und kann also - wenn die Firma z.B. ihren Hauptsitz in ner anderen Stadt hat - schon paar km von dir weg sein.

MfG


von venotis am 02.02.2006 07:59
Status: Tao (9688 Beiträge)
Userwertung:  3,8  von 5 (von 36 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
och nee oder? Ich habe hier am Arbeitsplatz direkt um die Ecke ein Riesenarbeitsgericht und ich muß ins knapp 300km entfernte Arbeitsgricht? Ich muß oder darf ja nun noch knapp 2 Monate arbeiten. Ich habe also keine Chance innerhalb der mir noch verbleibenden 2,5 Wochen mal eben nach Feierabend dorthin zu kommen.
Da muss es doch die Möglichkeit per Post etc. geben?
Steht mir für solche Sachen ein freier Tag zu, falls ich doch persönlich hin muss.


von coral am 02.02.2006 08:21
Status: Senior (116 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
Keine Ahnung. Frag einfach mal bei denen um die Ecke, ob man wenigstens das Einreichen der Klage vor Ort machen kann.

Freier Tag dafür? Nicht das ich wüsste.

Für Stellensuche: Ja. -> http://bundesrecht.juris.de/bgb/BJNR001950896BJNE064502377.html



von venotis am 02.02.2006 08:41
Status: Tao (9688 Beiträge)
Userwertung:  3,8  von 5 (von 36 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
was steht denn im AV, welches Gericht zuständig ist?

Ich hatte damals einen Antrag gestellt, dass das an "meinem" Gericht durchgeführt wird. Ging ohne Probleme


von suse_sa am 02.02.2006 10:34
Status: Senior (140 Beiträge)
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>Kündigung Kündigungsschutzklage
Weiß ich jetzt leider nicht was im Vertrag steht. Schaue ich nachher aber nach.
Den Antrag hast du wo gestellt? Direkt beim Arbeitsgericht nehme ich an, oder?


von coral am 02.02.2006 10:49
Status: Senior (116 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
das lief zwar alles über Anwalt, aber sie hatte das gleich bei der Klageeinreichung beantragt


von suse_sa am 02.02.2006 11:45
Status: Senior (140 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Kündigung Kündigungsschutzklage
wielange hat das verfahren gedauert?


von coral am 02.02.2006 12:04
Status: Senior (116 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)


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