Kuba beginnt mit Freilassung von politischen Häftlingen
AFP VOM 11.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 900 Aufrufe Mehr zum Thema:Kuba, Regierungsgegner
Angehörige von Dissidenten bestätigen Freilassung
Kuba hat mit der Freilassung von politischen Häftlingen begonnen. Zunächst wurde die Ausreise von 17 Oppositionellen nach Spanien vorbereitet, wie der Vorsitzende der Kommission für Menschenrechte, Elizardo Sanchez sagte. Ein bereits vor drei Jahren entlassener Dissident würdigte die Entscheidung der Regierung, 52 politische Häftlinge freizulassen, als "deutlichsten Fortschritt" der vergangenen 50 Jahre.
Die ersten 17 Oppositionellen seien zur Vorbereitung ihrer Ausreise in Richtung Spanien in einem Gefängnis in Havanna in einen Spezialraum gebracht worden, sagte der Vorsitzende der von der kommunistischen Regierung geächteten, aber geduldeten Kommission. Dort sollten sie medizinisch untersucht und die Formalitäten für die Ausreise geregelt werden.
Sanchez zufolge hielten sich die Angehörigen der 17 Dissidenten auf einem Militärgelände in der Nähe der kubanischen Hauptstadt auf. Ihnen sei gesagt worden, dass sie ihre Familienmitglieder am Flughafen wiedertreffen und mit ihnen ein Flugzeug nach Madrid besteigen würden. Die ersten Freigelassenen könnten ab Montag nach Spanien gebracht werden, erfuhr AFP aus Kreisen, die mit dem weiteren Vorgehen vertraut sind.
Am Mittwoch hatte Kuba nach Verhandlungen mit Spanien und der katholischen Kirche überraschend die Freilassung von 52 politischen Häftlingen angekündigt. Die katholische Kirche teilte am Samstag mit, dass die Behörden "demnächst" erst einmal 17 politische Gefangene freilassen würden. Spanien hatte sich zur Aufnahme der Dissidenten bereiterklärt.
Wenn die insgesamt 52 politischen Häftlinge tatsächlich wie angekündigt entlassen werden, wäre dies die umfassendste Freilassung von politischen Gefangenen seit Raúl Castro im Jahr 2008 die Macht von seinem Bruder Fidel übernahm. Die 52 Häftlinge gehören zu einer Gruppe von insgesamt 75 kubanischen Regierungsgegnern, die im März 2003 festgenommen und zu Haftstrafen zwischen sechs und 28 Jahren verurteilt worden waren.
Die Regierung in Havanna habe aus politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen keine andere Wahl gehabt, als sich für die Freilassung zu entscheiden, sagte Hector Palacios, der ebenfalls zur Gruppe der 75 Oppositionellen gehörte, der spanischen Zeitung "El País". Um die Gläubiger zu bedienen, brauche Kuba Kredite. Diese bekämen sie jedoch nicht, solange Oppositionelle hinter Gitter seien.
11. Juli 2010 - 18.32 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


