Kruzifixe in Schulen beschäftigen erneut Menschenrechtsgericht
AFP VOM 29.1.2010 | Nachrichten - Europarecht | 1263 Aufrufe Mehr zum Thema:Kruzifix
Große Kammer wird erstinstanzliches Urteil überprüfen
Der Rechtsstreit über die Präsenz von Kruzifixen in Schulen geht in eine neue Runde. Wie ein Sprecher des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte am Freitag mitteilte, wurde der Fall zur Überprüfung an die aus 17 Richtern bestehende Große Kammer verwiesen. Das Straßburger Gericht gab damit einem Antrag der italienischen Regierung statt. Mit einer Entscheidung, die dann definitiv ist, ist nicht vor mehreren Monaten zu rechnen.
Am 3. November hatte eine kleine Kammer des Gerichtshofs einer italienischen Mutter Recht gegeben, die in ihrem Land vergeblich durch alle Instanzen gegen die Kruzifixe in Klassenzimmern geklagt hatte. Die Straßburger Richter stellten einen Verstoß gegen das Recht der Eltern fest, über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden. Außerdem könnten die Kreuze als "religiöse Symbole" für Schüler anderer Religionen oder bekenntnislose Kinder störend sein.
Das Urteil hatte in Italien und bei der katholischen Kirche große Empörung ausgelöst. Das Kreuz sei "nicht nur religiöses Symbol, sondern auch kulturelles Zeichen", hob die Deutsche Bischofskonferenz hervor. Der Vatikan kritisierte, im modernen Europa seien wohl bald nur noch Halloween-Kürbisse erlaubt.
29. Januar 2010 - 17.27 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


