Kreml-Kritiker Chodorkowski könnte dritter Strafprozess drohen
AFP VOM 24.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 694 Aufrufe Mehr zum Thema:Chodorkowski
Russische Staatsanwaltschaft will weitere Ermittlungen auswerten
Dem Kreml-Kritiker und früheren Chef des russischen Ölgiganten Yukos, Michail Chodorkowski, droht möglicherweise ein dritter Strafprozess. Wenn bei weiteren Untersuchungen "neue Straftaten" von Chodorkowski und seinem Geschäftspartner Platon Lebedew aufgedeckt würden, seien die Behörden zu zusätzlichen Anklagen "gezwungen", sagten die Staatsanwälte Waleri Lachtin und Gultschechra Ibragimowa der russischen Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" vom Montag. Derzeit werde noch gegen "18 Komplizen von Chodorkowski und Lebedew" ermittelt, fügten sie hinzu.
Ein Moskauer Gericht hatte die beiden Geschäftsmänner, die bereits langjährige Gefängnisstrafen verbüßten, Ende Dezember in einem zweiten Prozess wegen Unterschlagung und Geldwäsche zu 14 Jahren Haft verurteilt. Da die bisherige Haftzeit angerechnet wird, müssen Chodorkowski und Lebedew bis zum Jahr 2017 im Gefängnis bleiben.
Das Urteil wurde von russischen Oppositionellen und westlichen Staaten wegen einer vermuteten Einflussnahme der Regierung auf den Prozess scharf kritisiert. Wenige Tage vor dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, zu dem auch Russlands Präsident Dmitri Medwedew reisen will, wiesen die beiden Staatsanwälte diese Anschuldigungen in der Zeitung als "PR-Taktik zur Ablenkung von dem Fall" zurück. Chodorkowski und Lebedew seien "Diebe, die dem Staat und den Aktionären Milliarden Dollar" gestohlen hätten. "Sie müssen und werden im Gefängnis bleiben", unterstrichen die Staatsanwälte.
24.01.2011 - 11:31 Uhr


