Kreditfinanzierung und -besicherung

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Abtretung von Forderungen

Die Abtretung von Forderungen, auch als Zession bezeichnet, spielt bei der Kreditbesicherung eine wichtige Rolle. So kann z. B. der Kreditnehmer Karl, wenn er selbst noch Geld von dem sog. Drittschuldner Dieter bekommt, diese eigenen Forderungen an den Kreditgeber Herrn Geiz abtreten. Ansprüche aus Lebensversicherungen werden dabei auch gern als Sicherheit gesehen. Eine Zustimmung des Drittschuldners zu dieser Kreditbesicherungsform ist nicht erforderlich. Nur Kreditgeber und -nehmer müssen sich einig sein. Allerdings kann die Abtretung bestimmter Forderungen gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen sein. Bei dieser Form der Kreditbesicherung wird der Kreditnehmer als Zedent, der Geldgeber als Zessionar bezeichnet.

Je nachdem, ob eine Forderungsabtretung dem Drittschuldner angezeigt oder verschwiegen wird, unterscheidet man zwischen einer offenen und einer stillen Zession. Bei der stillen Zession erfährt der Drittschuldner nichts von dem Geschäft. Das bringt den Vorteil mit sich, dass diese Form der Zession das Ansehen des Kreditnehmers bei seinem eigenen Schuldner nicht angekratzt. Was der nicht weiß, macht ihn schließlich nicht heiß.
Dagegen tilgt bei der offenen Zession der Drittschuldner seine Verbindlichkeiten direkt an den Kreditgeber und erfährt folglich von der ganzen Geschichte. Daher wird die geschlossene Zession bevorzugt.

Abhängig von Art und Umfang der abgetretenen Forderungen lässt sich zwischen Einzelabtretung, Mantel- und Globalzession differenzieren:

  • Bei der Einzelabtretung überträgt der Kreditnehmer bloß eine einzige Forderung als Sicherheit an den Kreditgeber. Das ist nur geeignet, wenn ein einmaliger, kurzfristiger Kredit abgesichert werden soll.
  • Bei laufenden Kreditverhältnissen eignet sich eher die Mantelzession. Hier werden Forderungsmehrheiten abgetreten. So umgeht der Kreditnehmer das Problem, dass Kredite häufig eine längere Laufzeit besitzen als die den Gläubiger absichernden Forderungen. Das wäre der Fall, wenn z. B. der Kreditvertrag eine Laufzeit von zwei Jahren besitzt, die Forderung des Kreditnehmers aber bereits nach einem Jahr beglichen ist.
    Der Mantelzessionsvertrag verpflichtet den Kreditnehmer, ständig Forderungen von einer bestimmten Gesamthöhe abzutreten. Es reicht dann, dem Geldgeber die Forderungen in Form von Rechnungskopien bekanntzugeben.
  • Die Globalzession gestaltet diesen Vorgang noch problemloser. Kreditgeber und -nehmer vereinbaren einfach die Abtretung sämtlicher gegenwärtiger und zukünftiger Forderungen an den Geldgeber. Mantel- und Globalzessionen treten hauptsächlich bei Geschäftsleuten auf.
Die Qualität bzw. Güte der Kreditsicherheit bestimmt sich bei Zessionen einerseits durch den Ruf des Kreditnehmers, andererseits durch die Liquidität der Drittschuldner.

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