Pfandrechte

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Bei Pfandrechten - relevant z. B. bei Lombardkrediten - wird eine Sache oder ein Recht zur Sicherung eines Kredites belastet. Es handelt sich um eine Option, die es dem Gläubiger erlaubt, die verpfändete Sache oder das Recht mit Vorrang vor anderen Gläubigern zum Ausgleich seiner Forderung zu verwerten. Das Pfandrecht ist wie die Bürgschaft streng akzessorisch, also vom Bestand der Forderung abhängig. Begleicht der Schuldner seine Verbindlichkeit, verfällt das Pfandrecht des Gläubigers.

Üblich sind drei verschiedene Formen von Pfandrechten:

Pfandrecht des Gläubigers an einer Forderung, z. B. beim Forderungslombardkredit

  • Diese Form setzt eine vertragliche Einigung über die Entstehung des Pfandrechtes voraus. Das Problem liegt darin, dass eine entsprechende Anzeige an den Schuldner der abgetretenen Forderung zu erfolgen hat. Wenn der Kreditnehmer Karl seine Forderungen beim Schuldner Stefan an den Kreditgeber Herrn Geiz zur Besicherung des Kredites abtritt, hat Stefan davon zu erfahren. Dies wiederum könnte dem Kreditnehmer schaden: Wenn der Schuldner Stefan erfährt, dass Karl einen Kredit aufnehmen muss, könnte er u. U. seine Geschäftstätigkeit mit dem Karl einschränken.

Pfandrecht an einem Wertpapier, z. B. beim Effektenlombardkredit

  • Ein solches Verhältnis entsteht durch die vertragliche Einigung und die Übergabe des Wertpapiers. Tritt hier eine (Haus-) Bank als Kreditgeber auf, hat das den Vorteil, dass sie in der Regel sowieso bereits im Besitz der Wertpapiere (durch das Depot) des Kreditnehmers ist. Die angesprochene "Einigung" tritt normalerweise bereits mit dem Akzeptieren der allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank ein, in der Regel beim Eröffnen eines Depots. Dadurch wird das Kreditgeschäft erheblich erleichtert.

Pfandrecht an einer beweglichen Sache, z. B. beim Warenlombardkredit.

  • Diese Art des Pfandrechtes beruht ebenfalls auf einer Einigung zwischen den Vertragspartnern und der Übergabe des Sicherungsgutes. Diese Notwendigkeit schränkt den Kreis der in Frage kommenden Gegenstände stark ein.

Die größte praktische Bedeutung kommt der Verpfändung von Wertpapieren zu, da hier die Übergabe an den Kreditgeber kein Problem darstellt. Wertvolle Sachgegenstände wie Autos können häufig im Alltag nicht entbehrt werden. Zudem muss der Gläubiger Möglichkeiten besitzen, die verpfändeten Dinge irgendwo zu lagern.
Der Vorteil dieser Form von Kreditbesicherung liegt darin, dass man das Eigentum an dem Sicherungsgut behält. So müssen z. B. Wertpapiere nicht zu einem eventuell ungünstigen Börsenkurs verkauft werden, falls man gerade dann Geld braucht.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Kreditfinanzierung und -besicherung
Seite  2:  Personensicherheiten
Seite  3:  Sachsicherheiten
Seite  4:  Sicherungsübereignung
Seite  5:  Pfandrechte
Seite  6:  Der Lombardkredit
Seite  7:  Grundpfandrechte - Hypothek und Grundschuld
Seite  8:  Abtretung von Forderungen
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