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Krankgeschrieben aber Fortbildung besuchen?

1.1.2016 Thema abonnieren Zum Thema: Fortbildung
 Von 
Shadi14
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 11x hilfreich)
Krankgeschrieben aber Fortbildung besuchen?

Sehr geehrte Mitglieder,

wieder ein kleiner Fall wo ich gerne mal einen Experten Rat hätte. Angenommen ein Arbeitnehmer wird Krankgeschrieben, er besucht während er Krankgeschrieben ist aber eine berufliche Fortbildung die er selber finanziert, die aber nicht von seinem Arbeitgeber gefördert wird, spricht es ist sein Freizeitvergnügen. (Fortbildung hat aber mit seinem Beruf zutun.)

Fals der Arbeitgeber dies mitbekommt drohen dem Arbeitnehmer Arbeitsrechtliche konsequenzen?

Meine Meinung ist: Der Arbeitnehmer darf die fortbildung besuchen solange er seiner Genesung nicht im Wege steht, da es ja sein Freizeitvergnügen ist.
Mein Arbeitskollege ist der Meinung wenn man Krank muss man Zuhause bleiben! Ohne wenn und aber.

Könnt ihr da mal euren Senf zu geben?

Lieben Gruß

Shadi14

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Fortbildung


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TomRohwer
Status:
Lehrling
(1941 Beiträge, 1353x hilfreich)

Zitat:
Angenommen ein Arbeitnehmer wird Krankgeschrieben, er besucht während er Krankgeschrieben ist aber eine berufliche Fortbildung die er selber finanziert, die aber nicht von seinem Arbeitgeber gefördert wird, spricht es ist sein Freizeitvergnügen.

Es gibt keine "Krankschreibung".
Es gibt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU).

Die AU bescheinigt einem Arbeitnehmer, daß er aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend an seinem Arbeitsplatz seine Arbeit bzw. einen Teil davon nicht ausüben kann.
Wenn sich z.B. ein Lagerarbeiter den Fuß bricht und einen Gips mit Krücken braucht, kann er nicht im Lager Pakete stapeln. Wenn sich z.B. ein Pförtner den Fuß bricht und einen Gips mit Krücken braucht, kann er durchaus in seiner Pförtnerloge sitzen und das Telefon bedienen.

Der Arbeitnehmer darf während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit jede Tätigkeit ausüben, die seiner Genesung nicht zuwiderläuft und die Genesung nicht verzögert.
Wer also z.B. wegen einer akuten Depression AU geschrieben ist, darf durchaus sein Haus renovieren oder den Garten umgraben. Wer AU geschrieben ist, darf z.B. durchaus jeden Tag einen Einkaufsbummel machen und im Straßencafé sitzen. Er darf ggf. auch eine Urlaubsreise machen.

Es kommt immer nur darauf an, daß die Tätigkeit nicht der Genesung zuwiderläuft. Der Arbeitnehmer darf ggf. sogar in seinem Nebenjob weiterarbeiten, wenn das anders als der Hauptjob nicht mit der AU kollidiert.

Zitat:
Meine Meinung ist: Der Arbeitnehmer darf die fortbildung besuchen solange er seiner Genesung nicht im Wege steht, da es ja sein Freizeitvergnügen ist.

Selbstverständlich.
Zitat:
Mein Arbeitskollege ist der Meinung wenn man Krank muss man Zuhause bleiben! Ohne wenn und aber.

Vollkommener Unfug. Ohne wenn und aber.

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#2
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15240 Beiträge, 5822x hilfreich)

Es kommt schon auch darauf an, ob man seinem Chef die Krankheit mitgeteilt hat, was ja viele tun, und ob die eine derartige Aktivität zulässt. Bei grippalem Infekt z.B. dürfte das nicht förderlich sein.

Ach ja,
jetzt "gebe ich mal meinen Senf dazu":
Sie wollen sich ja gerne über Inhalte hier austauschen, insofern ist Aufforderung, hier seinen Senf dazuzugeben, einfach in sich falsch. Senf wird oft ungefragt dazugegeben, deshalb gibt es diese Redewendung.

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