Kopenhagener Gericht erklärt Festnahmen bei Klimagipfel für illegal
AFP VOM 16.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 845 Aufrufe Mehr zum Thema:Klimagipfel
Polizei muss 250 Betroffenen Entschädigung zahlen
Ein dänisches Gericht hat die Festnahmen von 250 Demonstranten beim Klimagipfel in Kopenhagen vor einem Jahr für rechtswidrig erklärt. Das Kopenhagener Stadtgericht verurteilte die Polizei am Donnerstag dazu, den Betroffenen eine Entschädigung zu zahlen. Insgesamt hatte die Polizei während der Proteste am Rande des Klimagipfels im Dezember 2009 rund 1900 Menschen festgenommen.
Von den 250 Festgenommen, die Klage eingereicht hatten, sollen 178 nun eine Entschädigung in Höhe von 9000 Kronen (1200 Euro) erhalten. Sie gehörten bei einer Protestveranstaltung am 12. Dezember 2009 zu 905 Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, nachdem vermummte Demonstranten begonnen hatten, die Polizei mit Steinen zu bewerfen. Das Gericht urteilte nun, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass die Kläger zu den Randalierern gehörten. Mit der Freiheitsberaubung habe die Polizei gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen. Weiteren 72 Menschen, die bei mehreren Zwischenfällen am Rande des Kopenhagener Gipfels festgenommen worden waren, sprach das Gericht je 5000 Kronen Entschädigung zu.
Das Urteil kommt knapp eine Woche nach dem Klimagipfel im mexikanischen Cancún, der anders als die Konferenz in Kopenhagen mit einem Erfolg endete. Mehr als 190 Teilnehmerstaaten bekannten sich nach zweiwöchigen Verhandlungen erstmals geschlossen zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad. Konkrete Ziele für die Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes sollen allerdings erst auf der nächsten Klimakonferenz Ende 2011 in Südafrika festgelegt werden.
16.12.2010 - 17:01 Uhr


