Kontrollen an deutschen Flughäfen verschärft
AFP VOM 29.12.2009 | Nachrichten - Allgemein | 1578 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, Flugzeuganschlag, Körperscanner
Koalition zeigt sich offen für Nacktscanner
Die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen sind nach dem gescheiterten Anschlag in den USA verschärft worden. Passagiere und Handgepäck würden an Flughäfen nun intensiver kontrolliert, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Dadurch könne es für die Reisenden zu zusätzlichen Belastungen kommen. Die schwarz-gelbe Koalition zeigte sich angesichts der Bedrohung offen für den Einsatz von Nacktscannern bei den Flughafen-Kontrollen. "Es wäre fahrlässig, diese Technik zu tabuisieren", sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU).
Er halte es für "durchaus möglich, die Vorkehrungen so zu treffen, dass die Intimsphäre gewahrt bleibt", sagte Krings der "Rheinischen Post". Auch FDP-Fraktionsvize Gisela Piltz signalisierte Zustimmung. "Wenn die Würde des Menschen gewahrt wird, müssen wir zur Sicherheit der Passagiere auch in solche Systeme investieren", sagte Piltz der Zeitung. Die bisherige Ablehnung habe sich lediglich auf die erste Generation der Geräte bezogen, die nicht nur versteckte Waffen und Sprengstoffe darstellten, sondern auch den unbekleideten Körper von Flugpassagieren.
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| Koalition zeigt sich offen für Einsatz von Nacktscannern (AFP) |
Skeptisch äußerten sich auch die Grünen. Ein Scanner, der keinen künstlichen Darmausgang oder Körperpiercings erkenne, werde auch keinen Sprengstoff am Körper erkennen können, sagte Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck zu "Handelsblatt Online".
"Wir brauchen weder den gläsernen Bürger, noch den nackten Passagier", erklärte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke. "Der Schutz von Intimsphäre und Persönlichkeitsrechten darf nicht im Namen der Sicherheit geopfert werden."
Um unnötige Verspätungen zu vermeiden, sollten Passagiere möglichst wenig Handgepäck mitnehmen, erklärte de Maizière. "Die Bundesregierung nimmt den Anschlagsversuch in den USA sehr ernst." Es gebe "dennoch keinen Anlass, in unnötige Panik zu verfallen".
Am Freitag hatte der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab versucht, einen Airbus beim Landeanflug auf Detroit mit Hilfe des hochexplosiven Sprengstoffs PETN in die Luft zu sprengen. Dabei setzte er seine Kleidung in Brand und wurde anschließend von Passagieren überwältigt.
29. Dezember 2009 - 16.16 Uhr
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