Keine Spionage-Anklage gegen im Iran inhaftierte Deutsche
AFP VOM 6.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 779 Aufrufe Mehr zum Thema:Iran, Deutscher, Spionage
Verwirrung um "BamS"-Reporter
Die beiden im Iran inhaftierten deutschen Journalisten sollen der iranischen Staatsanwaltschaft zufolge vorerst nicht wegen Spionage angeklagt werden. Die beiden Reporter hätten nach ihrer Einreise in den Iran "gewisse Vergehen begangen, und die Untersuchungen dazu werden fortgesetzt", sagte Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni Edscheie nach Angaben mehrerer iranischer Nachrichtenagenturen. Niemand habe sie jedoch als Spione bezeichnet.
Mohseni reagierte damit auf eine Äußerung des Büroleiters von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Esfandiar Rahim Maschai, der der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt hatte, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich die Reporter als Spione betätigt hätten. Die Deutschen hätten zwar gegen das Gesetz verstoßen, indem sie mit einem Touristenvisum eingereist seien. Von einer Anklage wegen Spionage sei aber nie die Rede gewesen, sagte er der "FAS".
Der Leiter der Justiz im nordiranischen Tabris, Malek Adschar Sarifi hatte am 16. November über die beiden Mitarbeiter von "Bild am Sonntag" gesagt, "ihre Aktivitäten im Land zeigen, dass sie für Spionagetätigkeiten gekommen sind". Weiter sagte er, "das Verbrechen der Spionage ist bewiesen". Die beiden Reporter waren am 10. Oktober in Tabris festgenommen worden, als sie den Sohn der Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani interviewen wollten. Diese war wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden.
06.12.2010 - 19:31 Uhr
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