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Kardinal Kasper fordert harte Strafen bei Kindesmissbrauch - 1/1
AFP vom 06.03.2010   |   1500 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - Allgemein

Kardinal Kasper fordert harte Strafen bei Kindesmissbrauch

"In unserer Kirche muss aufgeräumt werden"

Angesichts der jüngsten Enthüllungen über Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen hat der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper harte Strafen für die Täter gefordert. Sexueller Missbrauch von Minderjährigen sei ein "abscheuliches" und "unverzeihliches" Verbrechen, das mit "absoluter Entschlossenheit" bestraft werden müsse. Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) ermahnte die Kirchen bei der Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe zu mehr Zusammenarbeit mit der Justiz.

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Kardinal Kasper sagte der italienischen Zeitung "Repubblica" mit Blick auf Missbrauchsfälle: "Genug! In unserer Kirche muss aufgeräumt werden!" Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, ein enger Vertrauter von Papst Benedikt XVI., kündigte an, dass das Kirchenoberhaupt sich demnächst eingehend mit dem Thema beschäftigen werde. Der Papst habe nicht die Absicht, die Enthüllungen nur zur Kenntnis zu nehmen. Vielmehr wolle er eingreifen und klarmachen, dass gegenüber derartigen Verbrechen "null Toleranz" gelte.

Kardinal Kasper deutete an, dass ein bereits angekündigtes Pastoralschreiben des Papstes an die Kirche in Irland auf die gesamte katholische Kirche bezogen werden könnte. Der Kurienkardinal wies darauf hin, dass vergleichbare Vorgänge wie in Irland inzwischen auch in Deutschland, den Niederlanden und den USA belegt seien.




Das Bistum Regensburg hatte am Freitag bekanntgegeben, dass bei den "Regensburger Domspatzen" Anfang der 60er Jahre Fälle sexuellen Missbrauchs vorkamen. Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, war jahrzehntelang Leiter des berühmten Knabenchores.

Bayerns Justizministerin Merk sagte der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die Zusammenarbeit der Kirchen mit der Justiz: "Es gibt Fälle, in denen es nicht so läuft, wie es laufen sollte". Die Kirche müsse jetzt "ein klares Signal geben, dass ihr der Schutz der Opfer, das Mitgefühl mit den Kindern, wirklich das Wichtigste ist". Dafür müsse sie "ganz konsequent mit den Staatsanwaltschaften zusammenarbeiten", forderte die Ministerin.

Vor knapp zwei Wochen hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit ihrer Kritik an der katholischen Kirche heftige Reaktionen ausgelöst. In einem Interview hatte sie gesagt, sie erwarte, dass die Verantwortlichen der Kirche "endlich konstruktiv mit den Strafverfolgsbehörden zusammenarbeiten." Es sei bisher leider nicht ersichtlich, dass sie ein "aktives Interesse an lückenloser Aufklärung" hätten.

6. März 2010 - 13.14 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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