Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic hat seine Verteidigung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal fortgesetzt. Karadzic äußerte sich in Den Haag weiter zu den Vorwürfen gegen ihn. Der Prozess war Montag nach viermonatigem Boykott durch den Ex-Serbenführer wieder aufgenommen worden. Dabei hatte Karadzic den Kampf der Serben im Bosnienkrieg als "gerecht und heilig" bezeichnet und die Schuld für den Konflikt mit 100.000 Toten den bosnischen Muslime zugewiesen.
Karadzic muss sich wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs (1992-95) verantworten. Im Mittelpunkt der Anklage steht das Massaker von Srebrenica, bei dem mehrere tausend muslimische Jungen und Männer getötet wurden. Die insgesamt elf Anklagepunkte beziehen sich auch auf die fast zweijährige Belagerung von Sarajevo, während der rund 10.000 Menschen ums Leben kamen.
Karadzic war im Juli 2008 nach 13 Jahren auf der Flucht in Belgrad gefasst worden. Ihm droht für den Fall einer Verurteilung lebenslange Haft.
2. März 2010 - 10.36 Uhr
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