Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
460.184
Registrierte
Nutzer

Kapitalerträge mit Fondssparplan

3.1.2017 Thema abonnieren
 Von 
msn456837-49
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Kapitalerträge mit Fondssparplan

Hallo, ich bin auf der Suche nach Antworten auf folgende Fragestellung:
Angenommen, man bespart einen Banksparplan mit regelmäßigen Einzahlungen und erhält am Ende eines jeden Jahres eine Zinszahlung auf den angesparten Betrag (inkl. vorheriger Zinszahlungen versteht sich), so kann der Zinsertrag Jahr für Jahr um den Sparerpauschbetrag für die Ermittlung der ggf. fälligen Kapitalertragssteuer verringert werden. Das macht bei einer Laufzeit von 10 Jahren im besten Fall für einen Single 8010€ nicht zu versteuernde Kapitalerträge (ohne Solidaritätszuschlag bei 25% Abgeltungsteuer 2002,50€ Kapitalertragsteuern dank Freibetrag gespart).
Angenommen, man bespart in gleicher Weise mit gleicher Rendite anstelle eines Banksparplans einen Fondsparplan, so wird erst am Ende der Laufzeit mit dem Verkauf der erworbenen Anteile der Ertrag realisiert. Eine jährliche Verrechnung mit dem Freibetrag erfolgt nicht. Somit sind nach ebenfalls 10 Jahren 801€ der Gewinne nicht zu versteuern. Das sind 7209€ mehr zu versteuernde Erträge, als beim oben genannten Banksparplan mit regelmäßigen Zinszahlungen. Und das entspricht wiederum einer höheren Steuerbelastung von 1802,25€.
Der Gewinn dieser beiden Sparer würde sich bei identischen Sparraten und identischen durchschnittlichen Renditen um eben diesen Betrag unterscheiden, der Fondssparer um gut 1800€ schlechter stehen.
Ist das so korrekt, oder habe ich einen Denkfehler begangen? Wenn ja, welchen? Und wenn nicht, gibt es Auswege aus dieser Ungleichbehandlung der Anlageformen?

Ich danke vielmals im Voraus für Rückmeldungen.

Mit freundlichen Grüßen

-- Editier von msn456837-49 am 03.01.2017 23:23

Verstoß melden

Haben Sie sich versteuert?

Ein erfahrener Anwalt im Steuerrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 7604x hilfreich)

Zitat:
Ist das so korrekt

Ja

Zitat:
Und wenn nicht, gibt es Auswege aus dieser Ungleichbehandlung der Anlageformen?

Nein.

Es gibt ja auch Fälle, bei denen diese Form der Versteuerung vorteilhaft ist.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Tom998
Status:
Praktikant
(926 Beiträge, 595x hilfreich)

Es ist nicht korrekt und es liegt auch keine Ungleichbehandlung vor:
1. Ein Fonds nimmt jährlich Ausschüttungen vor, für die jeweils der FB in Anspruch genommen werden kann. Hier erfolgt also eine Gleichbehandlung mit den Zinserträgen.
2. Ein Fonds kann eine Wertsteigerung erfahren, ein Banksparplan nicht. Wird der Gewinn durch Verkauf der Fondsanteile realisiert (zu dem man übrigens nicht nach 10 Jahren gezwungen wird), liegen steuerpflichtige Einkünfte vor. Es liegen also ungleiche Sachverhalte vor, die auch ungleich behandelt werden müssen. Beim Fonds wird ein tatsächlich erzielter Gewinn besteuert. Beim Banksparplan wurde gar kein Gewinn erzielt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 7604x hilfreich)

Es gibt auch thesaurierende Fonds. Ich bin davon ausgegangen, dass so ein Fonds gemeint war.

Die Fonds, die Tom998 meint schütten ja auch jährlich aus und unterscheiden sich da nicht von Banksparplänen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
go390129-33
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 2x hilfreich)

Thesaurierende Fonds erzeugen in der Regel ausschüttungsgleiche Erträge.

Nun gibt es auch Konstruktionen, wo diese in Kursgewinne umgewandelt werden, die dann tatsächlich erst beim Verkauf versteuert werden (bei vielen Swap-basierten ETF ist das z.B. der Fall). Hier dürfte das aber i.A. ein vom Anleger durchaus erwünschtes Feature sein. Sonst würde der Staat wohl auch nicht auf die Idee kommen, dem durch die Reform der Fondsbesteuerung einen Riegel vorzuschieben.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Wann ist ein Steuerklassewechsel sinnvoll?
Die Antworten findet ihr hier:


Trennung und Scheidung – wichtige steuerliche Hinweise

von Rechtsanwalt Klaus Wille
Trennen sich die Ehepartner, so hat dies nicht nur emotionale, sondern auch erhebliche steuerliche Auswirkungen. Wussten Sie z.B., dass die Unterhaltszahlungen an den Ex–Partner steuerlich abgesetzt oder dass die Scheidungskosten steuerlich berücksichtigt werden können?... mehr

Welche Steuerklasse sollte man wann wählen?

Auswahl, Wechsel und Bedeutung der Steuerklassen/ Wer arbeitet, zahlt Lohnsteuer. Die Höhe der Lohnsteuer hängt von der Steuerklasse ab. mehr