Künstler Ai Weiwei verklagt chinesisches Ministerium
AFP VOM 3.3.2010 | Nachrichten - International | 953 Aufrufe Mehr zum Thema:Weiwei, China
Regierung soll Daten zu Erdbeben zurückgehalten haben
Der international bekannte chinesische Künstler Ai Weiwei hat die Regierung in Peking wegen mutmaßlicher Verletzung ihrer Auskunftspflicht nach dem Erdbeben von Sichuan im Mai 2008 verklagt. Wie die staatliche Zeitung "Global Times" berichtet, reichte er die Klage gegen das Ministerium für Bürgerangelegenheiten in dieser Woche ein. Ai wirft der Behörde demnach vor, Informationen zum Umgang mit dem Beben zurückzuhalten.
Das Ministerium hatte ihm den Angaben zufolge nicht innerhalb von 15 Arbeitstagen auf eine Anfrage geantwortet, obwohl diese Frist gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Regelung war am 1. Mai 2008, zwei Wochen vor dem Erdbeben, in Kraft getreten. Laut "Global Times" verlangte Ai im November 2009 eine detaillierte Aufstellung über den Einsatz von Hilfsgütern und Spendengeldern sowie Einsicht in den Ermittlungsbericht der Regierung.
Nach dem Erdbeben der Stärke 8,0 im Mai 2008 waren in der Provinz Sichuan fast 88.000 Todesopfer oder Vermisste gezählt worden. Mehr als fünf Millionen Menschen wurden obdachlos. Der Künstler und Regierungskritiker Ai leitete damals eine Gruppe Freiwilliger, die den Einsturz dutzender Schulen untersuchte. Der in China oft zensierte Ai thematisierte das Erdbeben in Sichuan unter anderem in einer großen Ausstellung in München.
3. März 2010 - 08.09 Uhr
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