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Köhler fordert Konsequenzen aus Amoklauf von Winnenden

AFP VOM 11.3.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1287 Aufrufe
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Winnenden, Amoklauf

Bosbach lehnt weitere Verschärfung des Waffenrechts ab

Bundespräsident Horst Köhler hat weitere Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden vor einem Jahr gefordert. Es müsse "wirklich alles Menschenmögliche" getan werden, um die Gefahr weiterer Bluttaten so gering wie möglich zu halten, sagte Köhler bei der Gedenkfeier für die Opfer vor der Albertville-Realschule in Winnenden. Köhler sprach sich unter anderem für eine weitere Verschärfung des Waffenrechts und einen Schutz der Jugendlichen vor Gewaltspielen aus. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach wies hingegen Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts zurück.

"Wir müssen uns gegen eine drohende Verrohung unserer Gesellschaft gemeinsam zur Wehr setzen", betonte Köhler. Das Wichtigste sei dabei, "gut miteinander umzugehen". Mit Blick auf das Waffenrecht sagte der Bundespräsident, dass "noch mehr als bisher" geschehen müsse, "damit gefährdete Menschen nicht an Schusswaffen gelangen".

Die jüngste Novellierung des Waffenrechts sei ein Zeichen dafür, dass das Umdenken begonnen habe. Bund und Länder sollten diesen Prozess weiter voranbringen und Schützenvereine ihnen dabei helfen. Von den Medien forderte Köhler eine zurückhaltendere Berichterstattung, um künftig keine Nachahmer auf den Plan zu rufen. Dazu müsse ein medienübergreifender Pressekodex erarbeitet werden.

Zum Jahrestag des Amoklaufes wies der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach Forderungen nach einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts unterdessen zurück. Dieses sei in den vergangenen zehn Jahren drei Mal erheblich verschärft worden, sagte Bosbach dem Nachrichtensender n-tv. Das Schießen mit Großkaliberwaffen sei inzwischen nur Volljährigen erlaubt. Diese Waffen könne man aber nicht generell aus der Hand von Privaten verbannen, da sie etwa bei der Jagd teilweise vorgeschrieben seien.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamten (BDK), Klaus Jansen, warf der Politik in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor, sie habe "vor der Waffenlobby kapituliert". Noch immer seien schwere Waffen im Privathandel legal, noch immer dürften Waffe und Munition in derselben Wohnung aufbewahrt werden. "Das Hobby des Schießsports hat in Deutschland nach wie vor Vorrang vor Menschenleben", sagte Jansen.

Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Ex-Schüler Tim K. in der Albertville-Realschule mit einer Pistole seines Vaters neun Schüler und drei Lehrer erschossen. Auf der Flucht tötete er weitere drei Menschen und sich selbst.

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11. März 2010 - 13.29 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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