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Justizministerin nimmt Inkassounternehmen ins Visier

AFP VOM 3.12.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1274 Aufrufe
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Inkassounternehmen, Beschwerden, unseriös

Transparente Gebühren und mehr Sanktionsmöglichkeiten

Angesichts massiver Beschwerden will Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit schärferen Gesetzen gegen unseriöse Inkasso-Unternehmen vorgehen. Ein Eckpunktepapier der Ministerin sehe drei Schritte vor, berichtet der Berliner "Tagesspiegel". Zum einen sollten die Inkassogebühren gedeckelt werden. Zweitens sollen die Verbraucher erfahren, für welche Forderungen genau sie eigentlich zahlen sollen. Zudem sollen die Aufsichtsbehörden mehr Sanktionsmöglichkeiten gegen schwarze Schafe unter den Geldeintreibern erhalten.

Mit einer einfachen und transparenten Kostenerstattungsregelung soll dem Bericht zufolge verhindert werden, dass Inkassodienste Verbraucher über Gebühr schröpfen. Über die Höhe der künftigen Inkassosätze wolle sich die Ministerin nun mit den betroffenen Unternehmen, Berufsverbänden und Verbraucherzentralen abstimmen.

Dem Eckpunktepapier zufolge sollen die Verbraucher künftig genau erfahren, für wen und was sie zahlen sollen. So sollen die Inkassounternehmen in ihren Schreiben Namen und Anschrift des Gläubigers nennen müssen, den Grund der Forderungen sowie den Zeitpunkt und die Fälligkeit. Auslagen, die Inkassofirmen etwa für Fahrtkosten oder die Ermittlung der Anschrift in Rechnung stellen, sollen übersichtlich und verständlich aufgelistet werden müssen; für Zinsen, die in Rechnung gestellt werden, muss es eine Begründung geben.

Damit sich alle Inkassodienste an die neuen Vorschriften halten, sollen die Aufsichtsbehörden mehr Sanktionsmöglichkeiten erhalten und hohe Bußgelder verhängen können. Der Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv) hatte am Donnerstag erklärt, unseriöse Inkassofirmen würden zunehmend zur Plage. Um Einschüchterung und das Abzocken von Verbrauchern einzudämmen, seien Regeln und eine konsequente Aufsicht für das Inkasso-Gewerbe erforderlich.

03.12.2011 - 17:30 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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