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Justiz: Bevormundung von 463 Sektenkindern in Texas nicht berechtigt

AFP VOM 23.5.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 2138 Aufrufe
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Sekte, Kinder, Texas, Sektenkinder

Zehntägige Widerspruchsfrist läuft

Im Streit um die Obhut für 463 Kinder der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) haben die Behörden des US-Bundesstaates Texas eine juristische Niederlage erlitten. Das Berufungsgericht in Austin entschied am Donnerstag (Ortszeit), dass die Kinder sich in der Betreuung der Sekte nicht in "unmittelbarer Gefahr" befanden und deshalb nicht in Pflegeheime überstellt werden durften. Dies war am 3. April mit der Begründung erfolgt, die Kinder seien der Gefahr sexuellen und sonstigen Missbrauchs ausgeliefert. Nun läuft eine zehntägige Widerspruchsfrist, in der über das weitere Schicksal der 250 Mädchen und 213 Jungen entschieden werden muss.

Die Sozialbehörden von Texas sehen die Gefahr, dass die Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter Day Saints (FLDS) ihre Kinder auf polygame Praktiken einschwört. Das Berufungsgericht in Austin führte jedoch in seinem neun Seiten langen Beschluss aus, dass die vorliegenden Hinweise nicht ausreichten, um eine "unmittelbare Gefahr" für die Kinder zu belegen. Daher müsse die Anfang April getroffene Entscheidung, die Kinder in Pflegeheime einzuweisen, entweder widerrufen oder näher begründet werden. Die Sozialbehörden von Texas erkärten, die "nächsten Schritte" sollten nun in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geklärt werden.

Schwangerschaften bei minderjährigen Mädchen seien nicht "automatisch" eine ausreichende Begründung, um diese der Obhut ihrer Eltern zu entziehen, urteilten die Richter in Austin. Die Sozialdienste hätten außerdem Anstrengungen unternehmen müssen, um unterhalb der Schwelle einer staatlichen Vormundschaft einzuschreiten. Die FLDS vertritt die Ansicht, dass Polygamie Menschen den Weg zum Himmel ebnet. Die Ranch in Texas, auf der die FLDS-Anhänger leben, wurde 2003 von dem selbsternannten Propheten Warren Jeffs erworben, der 2006 in Las Vegas verhaftet und im vergangenen Jahr wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

23. Mai 2008 - 01.09 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008



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