Jurist: Skandal wie bei Enron auch bei uns möglich
AFP VOM 29.7.2002 | Nachrichten - Aktuelles | 2813 Aufrufe Mehr zum Thema:Enron, WorldCom, Korruption, Aktien
- Frankfurter Oberstaatsanwalt kritisiert Aktienoptionen für Manager
Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Job Tilmann hält Skandale wie bei den US-Firmen Enron oder WorldCom auch an der deutschen Börse für möglich. "Die kurze, heftige Phase steigender Aktienkurse hat nicht nur Anleger, sondern auch viele Unternehmer dazu verführt, nur auf den Tageskurs zu schielen", sagte Tilmann. In der derzeitigen Börsenflaute neigten Unternehmen verstärkt dazu, alles "unter den Tisch zu kehren, was sich vielleicht negativ auf den Kurs auswirken könnte", sagte der Oberstaatsanwalt.
Tilmann kritisierte im Berliner "Tagesspiegel" zudem die Bezahlung von Managern in Aktienoptionen. Dies öffne Manipulationen Tür und Tor, da Vorstände versucht sein könnten, den Kurs zu einem Stichtag nach oben zu treiben. Gerade bei Insidergeschäften sei die Beweisführung extrem schwierig. Die geltenden Insiderregeln seien eher "Vorschriften für Dumme". Es gebe immer noch viele Möglichkeiten, diese Geschäfte zu arrangieren, ohne auch nur einen Verdacht zu erwecken.
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