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Jukos von ersten Gläubigern in Zahlungsverzug gesetzt

AFP VOM 5.7.2004 | Nachrichten - International | 2747 Aufrufe
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Jukos, Russland, Chodorkowski

- Konsortium besteht aber nicht auf Zahlung

Nach dem Einfrieren seiner Konten ist der russische Ölkonzern Jukos von ersten Gläubigern in Zahlungsverzug gesetzt worden. Das Unternehmen habe fällige Raten für einen Kredit über eine Milliarde Dollar (823 Millionen Euro) an ein Konsortium aus zehn Instituten unter Führung der französischen Bank Société Générale nicht mehr begleichen können, sagte ein Jukos-Sprecher am Montag in Moskau. Das Konsortium, zu dem auch die Deutsche Bank und die Commerzbank gehören, habe Jukos daraufhin am Freitag formell den Verzug erklärt. Die Konzernaktie stand zwei Tage vor Auslauf der Zahlungsfrist für milliardenschwere Steuernachzahlungen weiter massiv unter Druck.

Der Zahlungsverzug sei ein formeller Akt, sagte ein Sprecher der Société Générale in Paris. Die Banken sicherten damit ihre Rechtspositionen ab. Das Konsortium verlange nicht die sofortige Zahlung der ausstehenden Gelder. Sie haben damit aber Anspruch auf Verzugszinsen und können gegebenenfalls Schadenersatz verlangen. Neben der Société Générale sowie Deutscher und Commerzbank gehören zu dem dem Konsortium die französischen Banken BNP Paribas und Crédit Lyonnais, das US-Institut Citibank, die Londoner HSBC, die niederländische ING-Gruppe, die belgische KBC und die niederländische UFJ Banknederland.

Die russische Justiz hatte am vergangenen Donnerstag alle Konten des Unternehmens sperren lassen. Hintergrund sind Forderungen der Finanzbehörden nach Steuernachzahlungen in Höhe von umgerechnet 5,6 Milliarden Euro. Die Hälfte davon muss Jukos von Donnerstag an gerechnet binnen fünf Kalendertagen begleichen - also bis Mitternacht am Mittwoch. Ansonsten kann der Staat Firmenwerte beschlagnahmen.

Am Wochenende hatte die Polizei den Druck auf Jukos weiter erhöht und die Zentrale durchsucht. Laut Unternehmen wurden dabei Computerserver beschlagnahmt. Da über diese auch die Ölförderung gesteuert wird, sind aus Sicht von Jukos die Unternehmensaktivitäten "direkt bedroht". Die Jukos-Aktie, die letzte Woche bereits massiv verloren hatte, fiel am Montag weiter. Bis zum Nachmittag gab das Papier nochmals mehr als fünf Prozent nach.

Jukos ist der größte Ölförderer in Russland und steht für ein Fünftel der russischen Gesamtproduktion. Pro Tag fördert das Unternehmen 1,7 Milliarden Barrel (ein Barrel sind rund 159 Liter). Es beschäftigt rund 175.000 Mitarbeiter.

5. Juli 2004 - 13.49 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004


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