Journalistin im Sudan nach Urteil wegen "unschicklicher" Hose frei
AFP VOM 8.9.2009 | Nachrichten - International | 1123 Aufrufe Mehr zum Thema:Journalisten, Sudan
Berufsverband zahlte Geldstrafe
Die im Sudan wegen des Tragens einer Hose verurteilte Journalistin Lubna Ahmed el Hussein ist aus der Haft entlassen worden. Hussein habe das Gefängnis am Dienstag verlassen, sagte der Vorsitzende des sudanesischen Journalistenverbands, Moheddin Titawi, der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor habe der Verband die gegen die Journalistin verhängte Geldstrafe von 500 sudanesischen Pfund (rund 140 Euro) bezahlt.
Der Journalistin hatten nach islamischen Recht 40 Peitschenhiebe gedroht, weil ihr wegen des Tragens einer Hose in der Öffentlichkeit unschickliches Verhalten vorgeworfen wurde. Ein Gericht in Khartum sah von der Verhängung der Prügelstrafe ab, verurteilte sie am Montag aber zu der Geldstrafe. Weil Hussein diese nicht zahlen wollte, trat sie eine Haftstrafe an, die einen Monat dauern sollte.
Hussein war Anfang Juli mit zwölf weiteren Frauen in Hosen festgenommen worden. Während zehn Frauen, darunter auch Christinnen, direkt von der Polizei ausgepeitscht wurden, focht die Journalistin die Vorwürfe an und machte den Fall damit öffentlich.
8. September 2009 - 15.19 Uhr
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