Jeder fünfte Mieter bekommt seine Kaution nicht wieder

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Jeder fünfte Mieter bekommt seine Kaution nicht wieder

Eine Vielzahl von Mietern bekommen ihre Kaution nicht zurückgezahlt.

Jeder Mieter in Deutschland muss beim Einzug in ein neues Zuhause üblicherweise zwei bis drei Netto-Kaltmieten (Letzteres ist die gesetzliche Höchstgrenze) Kaution an den Vermieter zahlen.

Daniel Hesterberg
seit 2009 bei
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Doch sowohl das Aufbringen des Geldes als auch die Durchsetzung der Rückzahlung der Mietsicherheit bereitet vielen Mietern Probleme.

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Nach einer Umfrage von ImmobilienScout24 stürzen sich viele Mieter zudem in Schulden, um das Geld für die Mietkaution aufzubringen.

36 Prozent der Mieter plündern ihr Sparkonto, 19 Prozent borgen sich Bares von Freunden oder Verwandten, 16 Prozent überziehen ihr Girokonto und sieben Prozent nehmen sogar einen Kredit auf.

Kaution wird oft nicht zurückgezahlt

Ist diese Kaution zu Beginn des Mietverhältnisses erst einmal aufgebracht, wird die Kaution nach dem Auszug der Mieters oft nicht zurückgezahlt – die Probleme am Anfang werden auch am Ende wieder aktuell, wenn es um die Rückerstattung geht.

Denn beim Auszug aus der Wohnung gibt es Schwierigkeiten, denn nur zwei von drei Mietern bekommen ihr Geld danach sofort wieder. Jeder fünfte Mieter erhält der Umfrage zufolge seine Mietkaution gar nicht oder nur unvollständig zurück. Sieben Prozent sagen, dass der Vermieter sie mit der Kaution unter Druck gesetzt hat und jeder 20. Mieter musste sich sogar einen Anwalt nehmen, um die Rückzahlung seiner Mietsicherheit einzuklagen.

Mieter suchen alternative Mietsicherheit

Bei solch negativen Erfahrungen der Mieter ist es nicht verwunderlich (aber auch überraschend positiv), dass mit 61 Prozent die Mehrheit der Mieter eine alternative Mietsicherheit bevorzugt.

Das kann zum Beispiel eine Kautionsversicherung sein, die einige Versicherungsgesellschaften anbieten.

Bei dieser Variante muss der Mieter anstelle der Kaution jährlich einen festen Betrag an die Assekuranz zahlen, die für potenzielle Schäden an der Mietsache oder rückständige Mieten aufkommt. Allerdings ist der während der Mietzeit eingezahlte Betrag nach Kündigung der Mietkautionsversicherung komplett verloren.

In Betracht kommen auch die Verpfändung, Sicherungsabtretung, Bürgschaft und eben die Kautionspolice, wie oben dargestellt. Insbesondere eine Bankbürgschaft ist verbreitet und oft – je nach den Bedingungen der einzelnen Bank – nicht unbedingt teurer.

Notwendigenfalls rechtsanwaltlichen Rat in Anspruch nehmen

Gegebenenfalls sollten Sie einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl konsultieren, ob nun für eine (Erst-)Beratung oder eine Vertretung.

Gerade vor dem Hintergrund der Vielzahl von unzulässigen mietvertraglichen Schönheitsreparatur- und Endrenovierungsklauseln behalten einige Vermieter zunächst die Kaution unberechtigt ein.

Befindet sich aber der Vermieter in Verzug mit der Rückzahlung – er hat ein Prüfungsrecht hinsichtlich mit der Kaution zu verrechenden Ansprüchen gegenüber dem Mieter aus dem Mietverhältnis von durchschnittlich drei Monaten –, dann kann der Mieter im Regelfall die ihm dann entstehenden Anwaltskosten als weiterer Verzugsschadensersatz (notwendige Rechtsverfolgungskosten) gegenüber dem Vermieter ebenfalls beanspruchen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt


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