Italien erwägt Haftstrafe für Verursacher von Lawinen
AFP VOM 8.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 692 Aufrufe Mehr zum Thema:Lawine
Verantwortungslose Wintersportler zur Verantwortung ziehen
Nach einer Serie tödlicher Lawinenunglücke in den italienischen Bergen erwägt die Regierung in Rom drastische Strafen für leichtsinnige Wintersportler. Wie die italienischen Medien am Montag berichteten, drohen den Verursachern von Lawinen, bei denen Menschen ums Leben kommen, künftig Haftstrafen. Wintersportler, die trotz gefährlicher Wetterbedingungen abseits der Pisten unterwegs sind, sollen demnach 5000 Euro Strafe zahlen.
Ein entsprechender Entwurf der Regierung auf der Basis eines Vorschlags des Zivilschutzes habe bereits den Umweltausschuss im Senat passiert, berichteten mehrere Zeitungen. Nun stehe noch die Abstimmung im Plenum an. Über die Höhe der vorgesehenen Haftstrafe war zunächst nichts zu erfahren. Allein am vergangenen Wochenende waren acht Menschen von Lawinen begraben worden, rund zehn weitere Menschen wurden verletzt. Ausgelöst wurden die Lawinen meist durch unvorsichtige Wintersportler, die die Warnungen der Meteorologen missachtet hatten.
Nach dem Tod von vier Rettungskräften bei der Suche nach zwei waghalsigen Schneewanderern war Zivilschutzchef Guido Bertolaso Ende Dezember der Geduldsfaden gerissen. Er habe die "Nase voll davon, dass unsere Rettungskräfte ihr Leben verlieren, um verantwortungslose Skifahrer in Sicherheit zu bringen", schimpfte er damals.
8. Februar 2010 - 14.41 Uhr
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