Israelische Abgeordnete fordern Auslieferung von früherem SS-Mann
AFP VOM 18.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 793 Aufrufe Mehr zum Thema:NS-Verbrecher, Auslieferung
97-Jähriger soll wichtige Figur bei Judenvernichtung gewesen sein
Israelische Abgeordnete haben am Dienstag die Auslieferung eines in Deutschland lebenden mutmaßlichen NS-Verbrechers gefordert. Der Präsident der Parlamentskommission für die Beziehungen zu im Ausland lebenden Juden, Dany Danon, sagte, es sei "eine moralische Pflicht", den heute 97 Jahre alten Bernhard F. zur Verantwortung zu ziehen und vor ein Gericht zu stellen. Die Abgeordneten forderten die israelische Staatsanwaltschaft auf, ein Auslieferungsverfahren anzustrengen.
Zuvor hatte der US-Amerikaner Mark Gould vor den Parlamentarier ausgesagt. Dieser hatte sich als Neonazi ausgegeben und mehr als 90 Stunden Gespräche mit F. aufgezeichnet. Der frühere SS-Kommandeur soll demnach im Juli 1941 das erste Dokument unterzeichnet haben, das die Tötung von Juden anordnete, und damit maßgeblich an der Vorbereitung des Holocaust beteiligt gewesen sein.
Allerdings gibt es Zweifel an der Darstellung Goulds. Der Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums zur Verfolgung von NS-Verbrechern, Efraim Zuroff, sagte der Nachrichtenagentur AFP, F. habe bei der Judenvernichtung lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt. Gould habe "keine Legitimität, historische Fakten zu überprüfen", und habe "nichts Wichtiges bei der Suche nach ehemaligen Nazi-Verbrechern" entdeckt. In Deutschland wurde F. nie juristisch belangt.
18.01.2011 - 17:31 Uhr


