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Irland bestellt in Affäre um falsche Pässe Israels Botschafter ein

AFP VOM 18.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 882 Aufrufe
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Hammas, Mord

Außenminister Martin spricht von "sehr ernstem Vorfall"

Die irische Regierung hat in der Affäre um die Ermordung eines Hamas-Führers unter Zuhilfenahme ausländischer und auch irischer Pässe den israelischen Botschafter einbestellt. "Wir haben den israelischen Botschafter aufgefordert, ins Außenministerium zu kommen", sagte Ressortchef Michael Martin am Donnerstag im irischen Rundfunk. Die Verwendung irischer Pässe bei der Ermordung des Hamas-Anführers Mahmud Abdel Rauf el Mabhuh in Dubai im Januar habe irische Staatsbürger in Gefahr gebracht und sei ein "sehr ernster Vorgang", sagte Martin. Es gibt Hinweise, dass der israelische Geheimdienst Mossad für die Tat verantwortlich ist.

Irland hatte die Berichte über die Verwendung von drei irischen Pässen in dem Mordkomplott, an dem bis zu elf Verdächtige beteiligt sein sollen, in einer ersten Reaktion als falsch zurückgewiesen. Am Mittwochabend allerdings erklärte Außenminister Martin, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten neue Informationen vorgelegt, die belegten, dass in Dubai tatsächlich irische Pässe mit existierenden Passnummern vorgelegt worden seien. Auch Großbritannien hatte wegen ebenfalls gefälschter britischer Pässe in dem Fall den israelischen Botschafter einbestellt.

Hamas-Führer Mabhuh, der von Israel für die Entführung und Ermordung zweier israelischer Soldaten zu Beginn des ersten Palästinenseraufstandes Intifada (1987-1993) verantwortlich gemacht worden war, wurde am 20. Januar in Dubai umgebracht. Die insgesamt elf Beteiligten sollen teilweise mit Pässen von israelischen Staatsbürgern eingereist sein, die auch die britische oder irische Staatbürgerschaft haben.

Israelische Geheimdienstkommandos haben schon mehrfach mit gefälschten ausländischen Pässen operiert. 1997 versuchten Geheimdienst-Agenten den Exilchef der Hamas, Chaled Meschaal, in Jordanien umzubringen. Dabei bedienten sie sich kanadischer Pässe. 2005 wurden zwei Mossad-Agenten in Neuseeland zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil sie sich illegal neuseeländische Pässe zu beschaffen versucht hatten.

18. Februar 2010 - 10.43 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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