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Irischer Kardinal erhofft "gerechte Lösung" für Missbrauchsfall

AFP VOM 26.3.2010 | Nachrichten - International | 553 Aufrufe
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Missbrauch, Kirche

Opfer wirft irischem Kirchenoberhaupt Vertuschung vor

Das irische Kirchenoberhaupt Sean Brady will sich im Rechtsstreit mit einem Missbrauchsopfer nach eigenen Angaben auf eine "gerechte Lösung" verständigen. Er habe seine juristischen Vertreter gebeten, mit dem Anwalt der Gegenseite Kontakt aufzunehmen, "um in dem Fall voranzukommen", erklärte der Kardinal am Freitag. Brady reagierte auf einen Bericht des irischen Rundfunksenders RTE, in dem sich der Anwalt eines Missbrauchsopfers "skeptisch" zu den Entschuldigungen des Kirchenoberhaupts im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal geäußert hatte. Ein Opfer, das nach eigenen Angaben in den 70er Jahren wiederholt von einem Priester missbraucht worden war, wirft Brady vor, dies als zuständiger Erzbischof im nordirischen Armagh vertuscht zu haben.

Der irische Kardinal hatte sich vor zehn Tagen für den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche entschuldigt. "Wenn ich zurückschaue, schäme ich mich dafür, dass ich die Werte, zu denen ich mich bekenne und an die ich glaube, nicht immer hochgehalten habe", sagte er in einer Rede zum St. Patrick's Day am 17. März. Zuvor hatte Brady eingestanden, 1975 als Priester an zwei Treffen mit Missbrauchsopfern teilgenommen zu haben, bei denen diese zur Abgabe von Schweigegelübden gedrängt wurden. Opferverbände forderten daraufhin Bradys Rücktritt.

Ein Untersuchungsbericht zum Missbrauchsskandal hatte im November das tief katholische Irland erschüttert: Katholische Würdenträger vertuschten demnach jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Minderjährigen durch Geistliche, insgesamt ist von 14.500 Opfern die Rede. Papst Benedikt XVI. warf der irischen Kirche in diesem Zusammenhang schwere Fehler vor.

26. März 2010 - 18.18 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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