Ein Gericht in Iran hat am Dienstag die Freilassung des inhaftierten reformorientierten Journalisten Akbar Gandschi abgelehnt. "Im Rahmen neuer Anschuldigungen" gegen ihn erschien der Journalist vor Gericht in Teheran, wie Gandschis Anwalt mitteilte. Zuvor hatte ein Teheraner Berufungsgericht die Haftstrafe Gandschis von zehn Jahren auf sechs Monate verkürzt. Der 45-Jährige war im Januar wegen seiner Teilnahme an einer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin organisierten Iran-Konferenz verurteilt worden. Die Justiz hatte in der vergangenen Woche Gerüchte als falsch zurückgewiesen, Gandschi komme in Kürze frei. Gandschi hätte einer früheren Erklärung seines Anwalts zufolge eigentlich schon am vergangenen Samstag gegen eine Kaution von umgerechnet rund 150.000 Mark freikommen sollen.
Die Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung im April vergangenen Jahres über politische und religiöse Reformen in Iran war von den geistlichen Machthabern Teherans als "anti-islamisch" verurteilt und im Prozess als "Komplott gegen die Regierung" bezeichnet worden. Neben Gandschi waren neun weitere Konferenz-Teilnehmer zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Urteile hatten zu Spannungen im deutsch-iranischen Verhältnis geführt.
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