Der inhaftierte iranische Journalist Akbar Gandschii ist in Teheran in Isolationshaft genommen worden. In einem am Montag von der Regierungszeitung "Iran" veröffentlichten Brief schrieb der reformorientierte Journalist, er sei im Teheraner Evin-Gefängnis in eine Einzelzelle gesteckt worden. Gandschis Frau sagte der Zeitung, dass sich die Zelle ihres Mannes im Keller des Gefängnisses befinde. Ein Berufungsgericht in Teheran hatte die Haftstrafe Gandschis vor zwei Wochen von zehn Jahren auf sechs Monate verkürzt. Da er bereits 13 Monate im Gefängnis verbracht hat, dürfte er in Kürze freikommen. Der 45-Jährige war im Januar wegen seiner Teilnahme an einer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin organisierten Iran-Konferenz verurteilt worden.
Die Tagung im April vergangenen Jahres über politische und religiöse Reformen in Iran war von den geistlichen Machthabern Teherans als "anti-islamisch" verurteilt und im Prozess als "Komplott gegen die Regierung" bezeichnet worden. Neben Gandschi waren neun weitere Konferenz-Teilnehmer zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Urteile hatten zu Spannungen im deutsch-iranischen Verhältnis geführt.
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