Iranischer Filmemacher wirft USA unberechtigte Inhaftierung vor
AFP VOM 31.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 438 Aufrufe Mehr zum Thema:Filmemacher
38-Jähriger angeblich zwei Monate in US-Hochsicherheitsgefängnis
Ein iranischer Filmemacher hat den US-Behörden vorgeworfen, ihn ungerechtfertigterweise zwei Monate lang in einem Gefängnis festgehalten zu haben. Das FBI habe ihm zu Unrecht die Fälschung eines Dokuments für eine Aufenthaltsgenehmigung in den USA zur Last gelegt, zitierte der iranische Sender Press TV am Samstag den heimgekehrten Hossein Dehbaschi. Schon vorher habe ihn die US-Bundespolizei unter Druck gesetzt.
Der englischsprachige iranische Fernsehsender Press TV berichtete auf seiner Internetseite, der 38-jährige Dehbaschi sei am 6. Juni wegen des Fälschens eines Unterstützungsbriefes der UNO für seinen Antrag auf dauerhaftes Bleiberecht in den USA festgenommen worden und knapp zwei Monate lang in einem Hochsicherheitsgefängnis in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland inhaftiert gewesen. Da die Vereinten Nationen die Anschuldigungen des FBI nicht bestätigt hätten, sei er freigelassen worden, sagte Dehbaschi dem Bericht zufolge.
Der Filmemacher war im Mai 2006 in die USA gereist, um einen Dokumentarfilm über die Vereinten Nationen zu machen. Im Februar 2007 beantragte er dem Bericht zufolge ein dauerhaftes Bleiberecht in den USA. Während seiner Zeit in den Vereinigten Staaten habe er für Press TV gearbeitet und sei vorwiegend mit der Erstellung einer Dokumentation über die Schah-Zeit im Iran beschäftigt gewesen. Im Auftrag der iranischen Nationalbibliothek habe er dazu ehemalige Verantwortliche in der Monarchie, insbesondere Kommandeure der iranischen Armee, befragt.
Dehbaschi sagte laut Press TV, die US-Bundespolizei FBI habe ihm vorgeworfen, Dokumente der US-Luftwaffe über den Verkauf von Ausrüstung an die iranische Armee während der Herrschaft des Schah erhalten zu haben. "Während der vergangenen zwei Jahre wurde mein Haus wiederholt durchsucht, ich wurde regelmäßig von FBI-Agenten befragt und ich hatte das Gefühl, dass der Druck auf mich wuchs", zitierte der iranische Sender den Filmemacher. Dehbaschi warf dem FBI zudem vor, ihn zu einem Antrag auf politisches Asyl gedrängt zu haben. Anderenfalls müsse er mit zehn Jahren Haft rechnen.
Anfang Juli war auch der iranische Atomphysiker Schahram Amiri aus den USA in seine Heimat zurückgekehrt. Er hatte behauptet, vom US-Geheimdienst entführt worden zu sein. Die US-Regierung hatte hingegen erklärt, Amiri habe sich aus freien Stücken in den USA aufgehalten und das Land auch freiwillig verlassen. US-Zeitungsberichten zufolge hatte sich Amiri in die USA abgesetzt und erhielt dort mehrere Millionen Dollar, um Einzelheiten des iranischen Atomprogramms zu verraten. Amiri behauptete nach seiner Rückkehr, die USA hätten angeboten, ihn gegen die drei im Iran inhaftierten US-Wanderer auszutauschen. Anlässlich des Jahrestags ihrer Festnahme am Samstag forderte US-Präsident Barack Obama am Freitag die sofortige Freilassung der drei US-Bürger.
31. Juli 2010 - 18.02 Uhr
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