Iran vollstreckt Steinigungsurteil gegen Frau vorerst nicht
AFP VOM 11.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 870 Aufrufe Mehr zum Thema:Steinigung
43-Jährige war 2006 zum Tode verurteilt worden
Nach heftiger internationaler Kritik hat der Iran die Steinigung einer verurteilten Ehebrecherin vorerst ausgesetzt. Das Urteil gegen die 43-jährige Sakineh Mohammadi-Aschtiani sei zwar "endgültig", aus "humanitären Bedenken" werde es zunächst aber nicht umgesetzt, sagte Justizvertreter Malek Adschdar Scharifi nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna. Sobald der Chef der iranischen Justizbehörden, Sadek Laridschani, es jedoch "für angebracht" halte, werde die Todesstrafe "ohne Rücksicht auf die Propaganda westlicher Medien" vollstreckt.
Die zweifache Mutter Mohammadi-Aschtiani war nach Angaben ihres Anwalts und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Mai 2006 zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie nach dem Tod ihres Ehemannes eine "unrechtmäßige Beziehung" zu zwei Männern gehabt haben soll.
Während eines Prozesses im September desselben Jahres gegen einen Mann, der des Mordes an ihrem Ehemann beschuldigt wurde, wurde sie schließlich wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Das Steinigungsurteil stieß international auf heftige Kritik.
11. Juli 2010 - 20.24 Uhr
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