Der serbische Journalist Miroslav Filipovic war im vergangenen Juli durch das Regime Slobodan Milosevics als "Spion" zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Am Tag der Pressefreiheit am Donnerstag erhielt er als erster Preisträger den DJV-Preis wegen seiner mutigen Berichterstattung über die Kriegsverbrechen serbischer Einheiten im Kosovokrieg, wie aus einer Pressemitteilung des DJV ersichtlich. Filipovic war im Oktober 2000 freigelassen worden, als durch die Wahl Kostunicas die Zeit Milosevics abgelaufen war.
Bei einer angesetzten Pressekonferenz sprach der DJV-Vorsitzende Prof. Siegfried Weischenberg aber auch Probleme bei der Wahrung der Pressefreiheit in Deutschland an. Vor allem die zunehmende Konzentration der Medienmacht und der immer größer werdende kommerzielle Druck auf deutsche Medien sei besorgniserregend und schränke die Freiheit der Journalisten ein. „Pressefreiheit bedeutet nicht nur Freiheit vom Staat, sondern auch Freiheit von der Kontrolle durch wirtschaftliche Macht“, sagte Weischenberg.
Die Preisverleihung für Filipovic soll im Herbst in Verbindung mit einer größeren Veranstaltung des DJV vorgenommen werden.
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