Initiative für Todesstrafe in der Schweiz zurückgezogen
AFP VOM 25.8.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1359 Aufrufe Mehr zum Thema:Todesstrafe, Schweiz
Organisatoren: Wollten auf Missstände aufmerksam machen
Die Initiative für die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz ist zurückgezogen worden. Dies teilte der Sprecher des Organisationskomitees, Marcel Graf, der Nachrichtenagentur SDA mit. Auf ihrer Website erklärten die Initiatoren, ihr Vorhaben sei die einzige rechtliche Möglichkeit gewesen, um sich Gehör zu verschaffen. "Unser Hauptziel war, die Bevölkerung auf die Missstände aufmerksam zu machen." Dies sahen sie nun offenbar erreicht.
Nach Meinung der Initiatoren um Graf steht das Schweizer Rechtssystem auf Seiten der Täter. Für Hinterbliebene eines Opfers gebe es keine Möglichkeit, sich zu wehren.
Das umstrittene Volksbegehren hatte die formale Prüfung der Schweizer Bundeskanzlei bestanden, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Die Initiatoren hätten bis zum 24. Februar 2012 Zeit gehabt, um die notwendigen 100.000 Unterschriften zu sammeln. Das Begehren hätte die Todesstrafe für Täter gefordert, die "in Kombination mit einer sexuellen Handlung mit einem Kind, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung eine vorsätzliche Tötung oder einen Mord begehen". In der Schweiz ist die Todesstrafe seit 1942 im zivilen Strafgesetzbuch abgeschafft.
25. August 2010 - 13.52 Uhr
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