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Indonesien begrüßt niederländisches Urteil zu Entschädigungszahlung

AFP VOM 15.9.2011 | Nachrichten - Allgemein | 727 Aufrufe
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Massaker, Entschädigungszahlungen, Indonesien

Gericht weist Den Haag Verantwortung für Massaker 1947 zu

Die Entscheidung eines Gerichts in Den Haag, das mehr als 60 Jahre nach einem Massaker niederländischer Truppen in Indonesien Entschädigungszahlungen anordnete, ist von der Regierung in Jakarta begrüßt worden. Die Gerichtsentscheidung sei "wichtig und bedeutend", weil sie die Rechte der zivilen Opfer der "Gewalttaten" der niederländischen Armee in Indonesien anerkenne, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Jakarta, Michael Tene, am Donnerstag. Ein Gericht in Den Haag hatte den Niederlanden am Mittwoch die Verantwortung für ein Massaker niederländischer Soldaten an indonesischen Jungen und Männern im Jahr 1947 zugewiesen und eine Entschädigung angeordnet.

Die Klage war 2008 von acht Witwen und einem Überlebenden aus der Stadt Rawagede östlich der Hauptstadt Jakarta vor dem Haager Zivilgericht eingereicht worden. Die Richter urteilten nun, dass den noch lebenden Witwen und der Familie des Überlebenden eine Entschädigung durch den niederländischen Staat zusteht. Nach einer der Witwen war im Mai auch der Massaker-Überlebende Saih Bin Sakam im Alter von 88 Jahren gestorben. Die Höhe der Entschädigungssumme muss noch festgelegt werden.

Indonesien war seit Beginn des 17. Jahrhunderts eine niederländische Kolonie und wurde 1949 unabhängig. Im Unabhängigkeitskrieg hatten niederländische Truppen 1947 ein Blutbad in Rawagede angerichtet. Dabei starben nach niederländischen Angaben 150 Menschen, Vertreter der Opfer sprechen dagegen von mehr als 430 Toten. Die Niederlande haben das Massaker bereits offiziell zugegeben und der Region im Jahr 2009 zudem eine Spende in Höhe von 850.000 Euro zugesagt. Laut einem Bericht der Zeitung "De Volkskrant" wurde die Bezeichnung "Entschädigung" dabei aber bewusst vermieden.

15.09.2011 - 13:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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