Einer der beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute hat das nordafrikanische Land nach monatelangem diplomatischem Tauziehen verlassen können. Das Schweizer Außenministerium bestätigte am Dienstag, dass Rachid Hamdani in der Nacht ausgereist sei. Hamdanis Anwalt hatte am späten Montagabend gesagt, sein Mandant verlasse Libyen Richtung Tunesien. Die libysche Regierung hatte Hamdani zuvor freigesprochen und ein Ausreisevisum erteilt.
Das Schweizer Außenministerium teilte mit, die "sichere Rückkehr" des weiterhin festgehaltenen Max Göldi stehe nun "im Zentrum unserer Bemühungen". Der zu einer Haftstrafe verurteilte Geschäftsmann hatte sich wie Hamdani in der Schweizer Botschaft in Tripolis aufgehalten, stellte sich am Montag nach einem libyschen Ultimatum aber den örtlichen Behörden.
Göldi und Hamdani waren im Juli 2008 in dem nordafrikanischen Land festgenommen und im November 2009 zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt worden. Anfang Februar hatte ein Berufungsgericht Hamdani freigesprochen, Göldis Haftstrafe wurde von 16 auf vier Monate verringert. Der Fall hatte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Libyen und der Schweiz geführt. Nach wechselseitigen Drohungen und Repressalien stellte Libyen Bürgern aus dem gesamten Schengen-Raum zuletzt keine Einreise-Visa mehr aus.
23. Februar 2010 - 10.29 Uhr
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