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Honigschmuggel: Deutsche Firmen in USA angeklagt

AFP VOM 2.9.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 2176 Aufrufe
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Honigschmuggel

Zölle in Höhe von 80 Millionen Dollar umgangen

Deutsche Firmen sind in einen Skandal um den groß angelegten Schmuggel von chinesischem Honig in die USA verwickelt. Die US-Justiz wirft sechs deutschen und chinesischen Unternehmen vor, den teils mit Antibiotika belasteten Honig mit falschen Etiketten in die USA importiert zu haben. Beim größten Fall illegaler Lebensmitteleinfuhr in die USA sollen dem Zoll rund 80 Millionen Dollar (knapp 63 Millionen Euro) entgangen sein.

Die Beschuldigten "verkauften gepanschten Honig, der niemals in den USA hätte auftauchen dürfen", sagte Staatsanwalt Patrick Fitzgerald, zuständig für den nördlichen Teil des US-Bundesstaates Illinois. Die Angeklagten kauften demnach billigen Honig in China, filterten "Pollen und andere Spuren, die auf die chinesische Herkunft hätten schließen lassen", heraus, und verkauften ihn in den USA. In einigen Fällen mischten sie indischen Honig unter den chinesischen. Mit gefälschten Laborberichten verschleierten sie demnach, dass in manchen Honig-Lieferungen Antibiotika enthalten war.

Im Zentrum der Anklage steht laut Fitzgerald die deutsche Firma Alfred L. Wolff. Das Unternehmen existiert nicht mehr. Die zuständige Wolff & Olsen GmbH in Hamburg nahm auf Anfrage zunächst nicht Stellung. Beteiligt waren laut Behörden insgesamt zehn Deutsche und fünf Chinesen.

Der Honig-Schmuggel ist laut Staatsanwalt Fitzgerald der größte Fall von illegaler Lebensmitteleinfuhr in der US-Geschichte. Produkte aus China standen in den vergangenen Jahren immer wieder im Mittelpunkt von Skandalen, etwa verseuchtes Hunde- und Katzenfutter, an dem zahlreiche Tiere starben, oder bleihaltiges Kinderspielzeug.

Die Antibiotika im Honig seien allerdings nicht gesundheitsgefährdend gewesen, sagte Fitzgerald. Es habe keine Verletzungen oder Krankheitsfälle gegeben, sagte er. "Es gibt keinen Grund zur Panik."

Die Angeklagten müssen laut Staatsanwalt mit 20 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von 250.000 Dollar (195.000 Euro) rechnen. Sechs der 15 an dem Schmuggel beteiligten seien bereits festgenommen worden oder arbeiteten mit den Ermittlern zusammen, sagte Fitzgerald. Für die anderen neun werde er die Auslieferung beantragen.

2. September 2010 - 15.43 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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