Homosexuellenverband will türkische Ministerin verklagen
AFP VOM 16.3.2010 | Nachrichten - International | 737 Aufrufe Mehr zum Thema:Homosexuell, Türkei
Politikerin bezeichnete Homosexualität als Krankheit
Ein Homosexuellenverband in der Türkei will Frauen- und Familienministerin Selma Aliye Kavaf vor Gericht bringen: Anlass für die Strafanzeige ist laut Medienberichten eine Äußerung der Ministerin, wonach Homosexualität eine Krankheit sei, die behandelt werden müsse. Der Homosexuellenverband LGBTT rief zudem zu einer Demonstration gegen die Ministerin auf.
Kavaf hatte Anfang des Monats in einem Zeitungsinterview gesagt, sie betrachte die Homosexualität als "biologischen Defekt, als Krankheit." Sie fügte hinzu, dass "diese Sache" behandelt werden müsse. Deshalb sei sie auch dagegen, homosexuellen Paaren die Möglichkeit einer Eheschließung zu geben.
Mit ihrer Ansicht stieß die Ministerin bei Menschenrechtlern, aber auch in ihrer eigenen religiös-konservativen Regierungspartei AKP und innerhalb der Regierung auf Kritik. Mehrere Minister betonten, sie seien anderer Ansicht als Kavaf. Oppositionsabgeordnete forderten die Ministerin auf, sich bei den Homosexuellen zu entschuldigen. Auch Rücktrittsforderungen wurden laut. Aus den USA kam ebenfalls Kritik an den Äußerungen. Kavaf hatte in jüngster Zeit bereits mit Kritik an ihrer Meinung nach allzu freizügigen Liebeszenen in Fernsehserien für Schlagzeilen gesorgt.
16. März 2010 - 14.12 Uhr
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