Homosexuellen-Verband zeigt Meisner wegen umstrittener Äußerung an
AFP VOM 29.10.2003 | Nachrichten - Nachrichten | 2676 Aufrufe Mehr zum Thema:KLuST, Meisner, Homosexuelle
- "Kardinal verlässt Boden gemeinsamer Wertvorstellungen"
Der Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) hat den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner wegen seiner umstrittenen Äußerungen über Homosexuelle angezeigt. Seine Aussagen seien eine herabwürdigende Beleidigung einer Vielzahl von Bürgern in diesem Land, erklärte der KLuST am Mittwoch in Köln. Angesichts der Position des Kölner Kardinals in der Weltkirche müsse "von einem bewusst herbeigeführten Affront gegenüber den homosexuellen Menschen weltweit" gesprochen werden.
Meisner hatte einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" zufolge bei einem Referat in Budapest Homosexuelle ebenso wie Drogenabhängige und Terroristen als Bedrohung für die Werteordnung bezeichnet. "Der europäische Mensch muss diese Gifte ausschwitzen", sagte Meisner demnach.
Der Kölner Lesben- und Schwulentag will durch die Strafanzeige nun klären lassen, ob sich Meisner der Volksverhetzung schuldig gemacht hat. "Fest steht jedenfalls, dass der Kardinal hier den Boden gemeinsamer Wertvorstellungen des zwischenmenschlichen Umgangs in einer Demokratie verlassen hat", hieß es in der Erklärung. Wer Menschen als "auszuschwitzende Gifte" bezeichnet, öffne Diskriminierung und Gewalttaten gegen Andersdenkende und Andersfühlende Tür und Tor.
29. Oktober 2003 - 14.28 Uhr
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