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Hollywood-Star Wesley Snipes muss drei Jahre ins Gefängnis
Seite 1 - AFP vom 25.04.2008
Snipes (AFP/Getty Images)

Hollywood-Star Wesley Snipes muss drei Jahre ins Gefängnis

US-Schauspieler wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Wegen Steuerbetrugs muss US-Schauspieler Wesley Snipes drei Jahre ins Gefängnis. Bundesrichter William Terroll Hodges verhängte am Donnerstag die Höchststrafe gegen den Hollywoodstar. Zuvor hatte eine Jury Snipes für schuldig befunden, in den Jahren 1999 bis 2004 keine Steuererklärung abgegeben zu haben. Snipes nahm das Urteil unbewegt zur Kenntnis. Seine Anwälte kündigten Berufung an und machten die Prominenz des Schauspielers für das harte Urteil verantwortlich. "Herr Snipes wurde verurteilt, weil er Herr Snipes ist", sagte seine Anwältin Carmen Hernandez. Der 45-Jährige spielte vor allem in Action-Streifen wie der "Blade"-Trilogie oder "Demolition Man" mit.

Der Richter wies den Vorwurf zurück, Snipes aufgrund seiner Prominenz verurteilt zu haben. Snipes schulde dem Staat mehr als 20 Millionen Dollar (umgerechnet 12,8 Millionen Euro) an Steuern und Strafzahlungen, sagte Staatsanwalt Scotland Morris. Zwar habe der Schauspieler am Donnerstag fünf Millionen Dollar an die Finanzbehörden gezahlt, dies sei jedoch nur "ein Bruchteil" seiner Schulden. Snipes' lange Gefängnisstrafe solle eine "laute und kristallklare Botschaft" an alle Steuerhinterzieher senden, dass sie bei ähnlichen Delikten Gefahr liefen, wie der Schauspieler ins Gefängnis zu kommen, sagte Nathan Hochmann von der Steuerbehörde.

Um die Rechtschaffenheit ihres Mandanten zu beweisen, hatten die Verteidiger des Schauspielers vor Gericht zahlreiche Briefe anderer Hollywood-Stars wie Denzel Washington präsentiert, die um Nachsicht für ihren Kollegen baten. Nach dem Prozess kündigten die Anwälte des fünffachen Vaters an, das Urteil anfechten zu wollen. "Wir hoffen auf totalen Freisspruch", sagte Linda Moreno, eine der Anwälte des Schauspielers.

Snipes gab sich vor Gericht als Opfer von Betrügern: Sein Ruhm und sein Geld habe "Schakale und Wölfe" angezogen, sagte er vor Gericht. Laut Anklage war Snipes Kunde einer Firma, die auf die Täuschung der Steuerbehörde spezialisiert ist und bereits seit mehreren Jahren unter Beobachtung stand. Die Geschäftsführer der Firma, Eddie Ray Kahn und Douglas Rosile, wurden für schuldig befunden, 1996 und 1997 durch Freistellungsaufträge die Rückzahlung von umgerechnet rund zehn Millionen Euro an Snipes ermöglicht zu haben.

Reichtum gehe nicht mit "sofortiger Weisheit" einher, verteidigte sich Snipes. "Ich bin ein idealistischer, naiver, leidenschaftlicher, wahrheitssuchender, spirituell angeregter Künstler, ungeschult in den Wissenschaften des Rechts und der Finanzen", sagte Snipes. Der Richter kündigte an, einen Antrag des Schauspielers in Betracht zu ziehen, in einem Gefängnis nahe seines Hauses in New Jersey inhatiert zu werden.

Snipes spielte in mehr als 50 Filmen mit, darunter "Die Wiege der Sonne" an der Seite von Sean Connery, "Demolition Man" mit Sylvester Stallone und "The Fan" mit Robert de Niro. Seinen ersten großen Erfolg hatte Snipes in den 80er Jahren mit einem Auftritt in Michael Jacksons Musikclip "Bad".

25. April 2008 - 13.21 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008




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Steffen Bußler, Berlin
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