Holding und Steuergestaltung

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Mit der Beteiligung einer Kapitalgesellschaft an einer weiteren Kapitalgesellschaft schaffen Sie eine echte steuerliche Gestaltungsmöglichkeit. Der deutsche Gesetzgeber gibt diese selbst in § 8b Körperschaftsteuergesetz vor.

Das System ist einfach: Sie gründen z. B. eine Limited mit dem Unternehmensgegenstand „Vermögensverwaltung“.

Hans-Jochen Boehncke
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kurt-Schumacher-Str. 18-20
53113 Bonn
Tel: 02 28/68 82 26-0
Web: www.finitum.eu
E-Mail:
Gesellschaftsrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Verkehrsrecht

Diese Kapitalgesellschaft selbst kann wiederum eine Kapitalgesellschaft (Limited oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder GmbH) gründen- dann gehören die Geschäftsanteile dieser zweiten Gesellschaft der Gründerin. Häufig spricht man insoweit von Mutter- und Tochtergesellschaft.

Die Steuergestaltung, um die es geht, besteht bei Ausschüttungen oder Anteilsverkäufen der Tochtergesellschaft. Diese fließen auf Grund der Gesellschafterstellung der Eigentümerin, nämlich der Muttergesellschaft zu.

Dies jedoch zu 95% steuerfrei. Denn: Wenn eine Kapitalgesellschaft an einer anderen mit mindestens 1% beteiligt ist, sind sowohl die jährlichen Gewinnausschüttungen selbst, als auch im Falle des Verkaufs von Anteilen der Veräußerungsgewinn steuerprivilegiert: 95 % der Ausschüttung oder des Veräußerungsgewinns gelangen steuerfrei an die Eigentümerin (Muttergesellschaft).

Die restlichen 5 % werden als sog. nicht abzugsfähige Betriebsausgaben regelmäßig mit Körperschaftsteuer (15%) und Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die festesetzte Körperschaftsteuer) belegt- der Rest fließt der Muttergesellschaft zu.

Ein Rechenbeispiel: Ausschüttung 10.000,00 EURO
Es fließen zunächst 95 % steuerfrei zu = 9.500,00 EURO
500,00 EURO werden mit Körperschaftsteuer = 75,00 EURO
und Solidaritätszuschlag = 4,13 EURO

belegt, der Rest über weitere 420,87 EURO fließt der Muttergesellschaft zu.

Ergebnis: Vermögensmehrung bei der Mutter = 9.920,87 EURO.

Da es dem Eigentümer der Muttergesellschaft frei steht, zu beschließen, ob und wann er einen Zufluss dieses Vermögens zu sich persönlich vornehmen will, kann dieses Geld zunächst bei der Muttergesellschaft der Vermögensverwaltung dienen.

In der Praxis ist dieses Holding- Modell für Unternehmer geeignet, welche zielstrebig einen umsatzkräftigen Vertrieb aufbauen wollen oder möglicher Weise planen, Teile des Unternehmens oder dieses insgesamt nach einer Wachstumsphase zu veräußern.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Jochen Boehncke
Rechtsanwalt
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Hans-Jochen Boehncke
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Bonn
Guten Tag Herr Boehncke,
ich habe Ihren Artikel " Holding und Steuergestaltung" gelesen und würde darüber gerne mit Ihnen sprechen.
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