Hör nicht auf die Stimmen!

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Meinung Rubrik, Satan, Satanist, Schuldfähigkeit

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Schön, sind unsere possierlichen Satanisten mit ihrem schwarzschauerlichen Gehabe also "vermindert schuldfähig". Da hämmern diese selbstgefälligen scheintoten Grufties einen Menschen mit unzähligen Hieben auf grausamste Weise nieder und bekommen für ihre nachfolgende schauspielerische Darbietung auch noch Bonuspunkte. "Wegen erheblich narzistischer Persönlichkeitsstörung", wie die Psychiater im Gutachten schreiben. "Der Bezug zur Realität ging zunehmend verloren."

Psychiater sind Experten für derartige Dinge, die müssen es ja wissen. Wer narzistisch ist, und dabei auch noch satanische Tattoos und Teufelswerk präsentiert, der ist irgendwie wirr im Kopf und nicht richtig verantwortlich für das, was er tut. Über die Hälfte der Besucher einer Großraumdisko und ganz Venice Beach haben demnach nicht mehr alle verantwortlichen Tassen im Schrank.

Die Psychiater also rufen "vermindert" und sprechen den Tätern wegen Persönlichkeitsstörungen den Bezug zur Realität ab. Aber wenn Satan irreal ist, dann heißt das wohl, dass es ihn nicht gibt. Im Umkehrschluss verleugnen die Seelenklempner mit dem Absprechen der Existenz eines Luzifer auch die Existenz von Gott: Denn wenn der Gehörnte nicht existiert, also auch nicht von Gott aus dem Himmel verbannt und in die glühendheißen Tiefen der Hölle geschickt worden wäre, dann dürfte ergo die ganze Religionsgeschichte wie ein Luftschloss in sich zusammenfallen. Wenn das Böse nicht existiert, was ist dann mit dem Guten?

Aber zum Glück, auch Experten auf dem Gebiet der Psychologie können irren: Schmökel war immerhin kein Einzelfall. Und wenn das holde Paar Satans ob seines verfrühten Faschingsfests nicht vollständig für sein Verhalten verantwortlich ist, dann müsste Tom Cruise für seine Leistung in dem Film "Top Gun" rückwirkend den Oskar bekommen. Irgendwie klingt der Ritualmord und die nachfolgende Schau der beiden angeklagten Satanisten wie ein schlechter Film, und die Täter lachen sich nach dem verminderten Schuldspruch sicherlich halb tot, wenn das Wortspiel erlaubt ist. Es gibt bestimmt ein Handbuch für "verminderte Schuldfähigkeit", sowas wie "Schuldfähigkeit für Dummies", das die beiden angeklagten Teufelsanbeter vorher gelesen haben: Kleide Dich so gruselig wie Michael Jackson und stich über 60 mal auf dein Opfer ein. Wenn man nämlich ein verantwortlicher Mörder ist, dann zieht man einen Anzug an und schießt seinem Opfer nur einmal ins Gesicht.

Mag glauben, wer will. Im Zweifel allerdings lohnt es sich doch, auf die Werbung zu hören. Und die sagt es unmissverständlich: "Hör´ nicht auf die Stimmen!"

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