Herzkreise, Schenkkreise und Co.

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Vertragsrecht Rubrik, Herzkreis, Schenkkreis, Pyramidensystem, Schneeballsystem

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Strafrechtliche Bedeutung

Als strafrechtlich relevant werden häufig die Straftatbestände "Unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels" sowie die "Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel" gemäß §§ 284, 285 StGB aufgeführt. Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft, wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder auch nur eine Einrichtung dazu bereitstellt. Mit Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten kann hingegen bestraft werden, wer sich lediglich an einem öffentlichen unerlaubten Glücksspiel beteiligt. Ob Schenkkreise ebenfalls als Glücksspiel bezeichnet werden können, ist jedoch zu bezweifeln, da dafür Voraussetzung wäre, dass sich ein Spieler von einem nicht unwesentlichen Einsatz einen Gewinn verspricht, wobei die Entscheidung über Gewinn oder Verlust im Allgemeinen vom Zufall abhängt. Die Frage eines Gewinns im Rahmen eines Schenkkreises ist jedoch abhängig von der Akquisition neuer Teilnehmer. Die Zufallsfrage stellt sich daher gar nicht, auch wenn die "Gewinnwahrscheinlichkeit" von etwa 10% sehr gering ist.

Allenfalls könnte auf Seiten des "Beschenkten" der Tatbestand des Betruges erfüllt sein, allerdings auch nur dann, wenn er den "Schenker" vorsätzlich getäuscht hat und sich dieser deswegen zu der Schenkung von Geld hinreißen ließ. An einer Täuschungshandlung fehlt es aber meistens, da die Teilnehmer über die Funktionsweise des Spiels durchaus aufgeklärt werden.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Herzkreise, Schenkkreise und Co.
Seite  2:  Was sind Herzkreise?
Seite  3:  Strafrechtliche Bedeutung
Seite  4:  Zivilrechtliche Bedeutung
Seite  5:  Fazit
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