Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
328256
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Unterhaltung » Das Recht in der Geschichte » 
Hans Litten - 3/4
stu vom 15.02.2001   |   21881 Aufrufe   |   Rubrik: Unterhaltung - Das Recht in der Geschichte

1931: Der Edenpalastprozess

In diesem Fall vertrat Hans Litten die Nebenklage gegen Mitglieder des SA-Sturms 33, die im Berliner Tanzlokal Edenpalast eine Versammlung des Arbeiter-Wandervereins "Falke" überfallen hatten. Dabei wurden einige Vereinsmitglieder durch Schüsse verletzt und etliche gewalttätig niedergeschlagen. Gegen vier der zwanzig beteiligten SA-Männer wurde Anklage wegen versuchten Totschlags, Körperverletzung und Landfriedensbruchs erhoben.
Litten versuchte im Laufe des Prozesses zu beweisen, dass der Terror der SA zur planmäßigen Taktik der Naziführung gehörte. Zu diesem Zweck berief er Adolf Hitler in den Zeugenstand und erreichte durch gezielte Befragung, dass dieser sich immer tiefer in Widersprüche verstrickte. Hitler schwor auf die Verfassungstreue der NSDAP, doch Litten konfrontierte ihn mit Zitaten aus Pamphleten, aus denen deutlich hervorging, dass die Gewaltaktionen der SA durchaus im Sinne der Partei standen. Hitler fühlte sich derart in die Enge getrieben, dass er den Anklagevertreter wutentbrannt anschrie. Diese Blamage war mit ein Grund, warum Litten nach seiner Verhaftung von den Nazis so gnadenlos gequält und systematisch fertiggemacht wurde.

Drei der vier Angeklagten wurden wegen Landfriedensbruchs und schwerem Hausfriedensbruchs verurteilt. Vom Vorwurf des versuchten Totschlags wurden jedoch alle freigesprochen.

Seite 1: Überblick
Seite 2: 1929: Die Klage gegen Zörgiebel
Seite 3: 1931: Der Edenpalastprozess
Seite 4: 1932: Der Felseneckeprozess


Seiten in diesem Artikel:
  • 1) Überblick
  • 2) 1929: Die Klage gegen Zörgiebel
  • 3) 1931: Der Edenpalastprozess
  • 4) 1932: Der Felseneckeprozess
  • 123recht.net ist Rechtspartner von:

    328256
    registrierte
    Nutzer

    durchschnittl. Bewertung

    94197
    beantwortete Fragen
    10
    Anwälte jetzt
    online
    Quickie! Ihre Meinung zählt.
    Kritik an Wulff ebbt nicht ab - Soll er als Bundespräsident zurücktreten oder bleiben?

     Bleiben
     Zurücktreten
     Mir egal