Hamburgs Innensenator fordert Aufklärung über CIA-Mordplan
AFP VOM 6.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1236 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, Mord, CIA
Söldner sollten angeblich Terrorverdächtigen ermorden
Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) hat die Bundesregierung aufgefordert, Berichten über einen angeblich vom US-Auslandsgeheimdienst CIA geplanten Mord an einem deutsch-syrischen Kaufmann in der Hansestadt nachzugehen. Er erwarte, dass die Bundesregierung an die Regierung der USA herantrete und "eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes" einfordere, sagte Ahlhaus AFP.
"Sollte es Anhaltspunkte dafür geben, dass amerikanische Organisationen in Deutschland ohne Wissen ihrer deutschen Partner operativ tätig waren, dürfe die Regierung im Verhältnis zu den USA nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", betonte der Innenminister.
Den Hamburger Sicherheitsbehörden sei die angebliche CIA-Operation, wie sie sich nach Medienberichten bisher darstelle, unbekannt gewesen. Da Verfassungsschutzämter und Nachrichtendienste von Bund und Ländern traditionell eng zusammenarbeiteten, gehe er "selbstverständlich" davon aus, dass auch Behörden des Bundes keine Kenntnisse über mögliche Aktivitäten der CIA hatten, sagte er. "Andernfalls wären wir sicherlich informiert worden."
Einem zu Wochenbeginn in Deutschland bekannt gewordenen Artikel des US-Magazins "Vanity Fair" zufolge sollen Söldner im Auftrag der CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Exekution des früher als Terrorhelfer verdächtigten Kaufmanns Mamoun Darkazanli vorbereitet haben. Sie sollen sich dafür wochenlang in Hamburg aufgehalten, letztlich aber kein grünes Licht erhalten haben. Die geheime Operation wurde laut "Vanity Fair" ohne Wissen der Bundesregierung oder offizieller CIA-Stellen angeordnet.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft prüft inzwischen den angeblichen Sachverhalt mit Blick auf ein Ermittlungsverfahren wegen Verabredung zu einem Mord. Darkazanli selbst äußerte sich entsetzt über die angeblichen Exekutionspläne. "Es macht mich sprachlos, ehrlich gesagt. Das ist ein Mordauftrag", sagte der Kaufmann in den ARD-"Tagesthemen".
Darkazanli war nach den Terroranschlägen vom 11. September in den Verdacht geraten, ein Helfer des Terrornetzwerks El Kaida zu sein. Er hatte nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft Kontakt zu einigen Mitgliedern der "Hamburger Zelle", die für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon verantwortlich waren. Die Bundesanwaltschaft fand allerdings keine Hinweise auf eine Verwicklung des Geschäftsmanns in Terroraktionen. Sie stellte die Ermittlungen gegen ihn 2006 ein, ohne dass es zu einer Anklage kam.
6. Januar 2010 - 16.57 Uhr
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