Hamas vollstreckt erstmals Todesurteile gegen zwei Kollaborateure
AFP VOM 15.4.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 739 Aufrufe Mehr zum Thema:Todesstrafe, Hamas
Männer sollen mit Israel zusammengearbeitet haben
Erstmals seit ihrer gewaltsamen Machtübernahme im Gazastreifen vor fast drei Jahren hat die radikalislamische Hamas Todesurteile gegen zwei angebliche Kollaborateure vollstreckt. Die beiden Männer, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen, seien ungeachtet der Proteste von Menschenrechtsgruppen am Donnerstag erschossen worden, sagte ein Vertreter der palästinensischen Menschenrechtsorganisationen El Mesan. Sie waren im vergangenen Jahr zum Tode verurteilt worden. Ihre Leichname wurden nach Krankenhausangaben in eine Klinik in Gaza gebracht.
Das palästinensische Gesetz sieht die Todesstrafe für Kollaborateure, Mörder und Drogenhändler vor. Eigentlich kann sie aber nur mit Zustimmung des Präsidenten vollstreckt werden. Die Hamas erkennt Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dessen Fatah seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007 nur noch das Westjordanland kontrolliert, jedoch nicht an. Trotzdem hatte die Hamas-Regierung bislang noch kein Todesurteil vollstrecken lassen.
Allerdings folterten und töteten bewaffnete Gruppen während und nach der israelischen Großoffensive im Gazastreifen im vergangenen Jahr mehrere Palästinenser, die sie der Zusammenarbeit mit Israel verdächtigten. Nach Schätzungen von Human Rights Watch wurden 32 Hamas-Gegner und mutmaßliche Kollaborateure Opfer dieser außergerichtlichen Hinrichtungen.
15. April 2010 - 13.00 Uhr
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