Hai! Wo?

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Harpunieren oder gefressen werden

„Jeder ist sich selbst der Nächste“, dachte sich ein australischer Taucher biblisch, als ihm ein Hai zu nahe auf die Pelle rückte. Da er keine Ambitionen hatte, das gehäckselte Pendant zu Jonas oder Pinocchio zu werden, perforierte er das Tier mit seiner Harpune. Nun könnte er dafür im Knast landen. Der Angreifer war ein Sandtigerhai und der steht in Australien unter Artenschutz.

Aber das konnte der Taucher im Eifer des Gefechts nicht wissen, denn er hatte mehr damit zu tun, nicht frikassiert zu werden, als dass er sich eine zweite Meinung über die Gattung seines Kontrahenten hätte einholen können. „Ich hatte so Angst, ich hatte einfach keine Zeit herauszufinden, um was für einen Hai es sich handelte. Ich war zu beschäftigt damit, mich zu verteidigen“, erboste sich der Mann gegenüber einer Zeitung. Eigentlich wollte der Taucher sich einen harmlosen Tintenfisch schnappen, als ihm der Sandtigerhai bedrohlich nahe kam und ihn mit eindeutigen Drohgebärden in Angst und Schrecken versetzte. Nachdem sich das Biest durch eine Schlag mit der Harpune nicht beeindrucken ließ, schoss der Taucher dem Hai das Widerhakengeschoss in den Wanst. Problem beseitigt? Pustekuchen!

Die Fischereibehörde will nicht einfach hinnehmen, dass das artgeschützte Tier gewaltsam den Weg allen Fleisches gegangen worden ist und erwägt eine Klage. Sandtigerhaie werden zwar als gefährlich eingestuft, sind aber nicht für das Verputzen von Menschen bekannt. Die Notwehr sei deshalb nicht klar erwiesen. Aber der Nachweis wird auch schwer, denn nur das Meer war Zeuge. Dem Taucher jedenfalls droht eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet ca. 220.000 Euro. Draufgehen wäre den Aussie irgendwie billiger gekommen!

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