Beispielfälle

Mehr zum Thema:

Sportrecht Rubrik, Haftung, Sportunfall, Sportverletzung

4,43 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
7

Skilaufen

Nach den allgemeinen Ausführungen sollen nun für einige Sportarten besondere Einzelfälle als Beispiele dargestellt werden.

Der Skisport ist zu einem Massensport geworden. Die Verletzungsgefahr ist sehr hoch und Unfälle leider an der Tagesordnung.
Kollidieren zwei Skifahrer, so ist immer danach zu fragen, ob einer der beiden dies zu verschulden hat. Zur Beurteilung werden von den Gerichten die vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgestellten Regeln herangezogen. Demnach muss z.B. die Geschwindigkeit des Fahrens dem Können angepasst werden oder der von hinten schnell Fahrende muss die vor ihm fahrenden Sportler genau beobachten. Kann der Verletzte nachweisen, dass der Verursacher tatsächlich gegen eine FIS-Regel verstoßen hat, ist regelmäßig ein Verschulden gegeben und Schadensersatz zu leisten .

Radsport

Das dichte Auffahren zum Vordermann, um den Windschatten auszunutzen, ist bei Radrennen allgemein üblich. Ebenso sind jedem Teilnehmer die daraus entstehenden Risiken bekannt. Deshalb wurde vom OLG Zweibrücken bei einer Kollision, die aus einem solchen Windschattenfahren resultierte, keine Pflichtverletzung gesehen. In der gleichen Weise wurde bei Stürzen auf Grund von Ausweichbewegungen während des Endspurts entschieden.

Leichtathletik

Zwar wird in Wettkampfbestimmungen für Laufwettbewerbe bestimmt, dass Rempeln oder Schneiden anderer Sportler verboten sind. Aber weil Auseinandersetzungen um die beste Position den Charakter des Sports mit ausmachen, ist bei geringen Verstößen gegen diese Regel kein Verschulden anzunehmen.

Tennis

Wie bei anderen Rückschlagsportarten auch, ist allgemein die ungeschriebene Regel einzuhalten, den Ball nur zu spielen, wenn die Mitspieler aufnahmebereit sind. So wurde ein Tennispieler zu Schadensersatz verurteilt, weil er nach Beendigung des Ballwechsels noch den Ball schlug und dabei einen völlig überraschten Mitspieler verletzte.

Fußball

Bei körperbetonten Mannschaftssportarten führen Kämpfe um den Ball oft zu Unfällen. Die Grenzziehung, wann eine grobe, zu Schadensersatzansprüchen führende Regelwidrigkeit vorliegt, ist sehr schwer. Stoßen beispielsweise der nach dem Ball hechtende Torwart und ein Feldspieler zusammen, kommt es darauf an, ob eine Möglichkeit bestand, den Ball noch zu treffen. Nur wenn ein Eingreifen nicht dem Ball gilt, ist eine grobe Regelübertretung und folglich eine Pflichtverletzung anzunehmen.
Vereine haben darauf zu achten, dass die Spielfelder und deren Absicherung den Regularien des DFB entsprechen. Das OLG Nürnberg hat z.B. bei dem Sturz eines Fußballers gegen einen 1,7 m außerhalb des Spielfelds stehenden Betonpfosten keine Pflichtverletzung angenommen, weil die Sicherheitsbestimmungen des DFB eingehalten worden waren.

345
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Haftung bei Sportverletzungen - Worum es geht
Seite  2:  Haftung von Sportlern untereinander
Seite  3:  Haftung der Sportveranstalter
Seite  4:  Haftungsausschluss und Beweisfragen
Seite  5:  Beispielfälle
Das könnte Sie auch interessieren
Haftpflicht, Schadensersatz Die wichtigsten Probleme im Schadensersatzrecht
Sportrecht Sportrecht - Worum es geht
Vor Gericht OLG bestätigt Urteil wegen fahrlässiger Tötung bei Mountainbike-Rennen