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Haftstreit wird zur Staatsaffäre zwischen Frankreich und Mexiko

Haftstreit wird zur Staatsaffäre zwischen Frankreich und Mexiko

AFP VOM 15.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 952 Aufrufe
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Mexikanische Regierung sagt Teilnahme an Mexiko-Jahr ab

Der Fall der in Mexiko inhaftierten Französin Florence Cassez hat sich zu einer Staatsaffäre zwischen Frankreich und Mexiko entwickelt. Die mexikanische Regierung sagte am Dienstagmorgen ihre Teilnahme am Mexiko-Jahr ab, das derzeit mit mehreren Kulturveranstaltungen in Frankreich läuft. Sie reagierte damit auf Äußerungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der am Vorabend die mexikanische Führung indirekt kritisiert hatte. Die Mexikaner seien ein befreundetes Volk. "Wir machen einen Unterschied zwischen ihm und der Haltung einiger seiner Führungspersönlichkeiten", sagte Sarkozy nach einem Treffen mit den Eltern der 36-jährigen Cassez, die wegen Beihilfe zur Entführung in Mexiko zu 60 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der Präsident kündigte an, er werde sich erneut bei seinem mexikanischen Kollegen Felipe Calderón für eine Überstellung von Cassez nach Frankreich einsetzen. "Wir lassen diese junge Frau nicht noch 60 Jahre im Gefängnis sitzen." Sarkozy stellte auch klar, dass Frankreich am Mexiko-Jahr festhalte, die Veranstaltungen aber nutzen werden, um über das Schicksal der Inhaftierten zu informieren.

Das mexikanische Außenministerium reagierte nur wenige Stunden später: Im Lichte der Äußerungen Sarkozys halte die Regierung die Bedingungen für einen reibungslosen Ablauf des Mexiko-Jahres nicht mehr für gegeben und ziehe sich davon zurück, hieß es in einer Mitteilung. "Wir wurden zu einem Kulturereignis eingeladen und nun wird das eine Würdigung einer Entführerin", sagte die stellvertretende Außenministerin Lourdes Aranda der Nachrichtenagentur AFP. Es sei allerdings noch nicht entschieden, ob Mexiko das ihm gewidmete Jahr ganz absagen werde. Kulturminister François Mitterrand sprach nach der Entscheidung von einer "Staatsaffäre".

Die mexikanische Justiz hatte Cassez in der vergangenen Woche den Gang vor die oberste Berufungsinstanz verweigert und so die jüngste diplomatische Krise ausgelöst. Die Französin war im Dezember 2005 festgenommen und zu 96 Jahren Gefängnis verurteilt worden; in einem Berufungsurteil wurde die Strafe später auf 60 Jahre gesenkt. Die junge Frau soll zusammen mit ihrem Ex-Freund, dem Bandenchef Israel Vallarta, an Entführungen beteiligt gewesen sein. Sie wurde in Vallartas Haus festgenommen, aus dem die Polizei mehrere Entführungsopfer befreite. Cassez selbst schildert die Umstände ihrer Festnahme allerdings anders. Auch will sie nichts von den Machenschaften des Mexikaners gewusst haben, mit dem sie seinerzeit gar nicht mehr zusammen war.

15.02.2011 - 12:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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