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Haftstrafen wegen Polizeigewalt beim G-8-Gipfel in Genua - 1/1
AFP vom 14.11.2008   |   5657 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Haftstrafen wegen Polizeigewalt beim G-8-Gipfel in Genua

Hauptverantwortliche freigesprochen

Sieben Jahre nach dem von Gewalt überschatteten G-8-Gipfel in Genua sind in Italien 13 Polizisten zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt worden. Das Gericht in Genua befand sie der Gewalt gegen Demonstranten für schuldig, die während des G-8-Gipfels in einer Schule untergebracht waren. Die Urteilsverkündung wurde live im italienischen Fernsehen übertragen. 16 weitere Polizisten und auch die drei Hauptverantwortlichen der Ordnungskräfte während des Gipfels wurden hingegen freigesprochen.

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Das Verfahren gegen die Polizisten lief bereits seit drei Jahren. Sie mussten sich wegen Körperverletzung und willkürlicher Hausdurchsuchung verantworten, nachdem sie im Juli 2001 eine Schule erstürmt hatten, in der Globalisierungsgegner schliefen. Bei der gewaltsamen Erstürmung der Schule waren 93 Globalisierungsgegner festgenommen worden, unter ihnen mehrere Deutsche. Zudem wurde ein Polizist für schuldig befunden, im Nachtlager der Demonstranten zwei Molotow-Cocktails versteckt zu haben. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Der Prozess hatte erst vor einem Jahr eine Wende genommen, als einer der Angeklagten sein Schweigen brach und das Fehlverhalten der Polizisten eingestand. Seinen Schilderungen zufolge schlugen die Beamten auf Unbewaffnete ein. Er sprach damals von einem "Gemetzel". Im Juli waren bereits 15 Polizisten in einem ähnlichen Fall in Genua zu Haftstrafen zwischen fünf Monaten und fünf Jahren verurteilt worden. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Genua hatte ein Polizist einen 23-jährigen italienischen Globalisierungsgegner erschossen. Mehrere hundert Menschen wurden damals verletzt.

14. November 2008 - 08.12 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008



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